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Aachener Friedenspreis mit Fokus auf Nahost

Erstellt 08.05.08, 12:06h

Der internationale Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an die israelische Frauenorganisation Machsom Watch sowie an den Palästinenser und evangelischen Pfarrer aus Bethlehem, Mitri Raheb. Den nationalen Friedenspreis erhält der Bürgerrechtler und Politikwissenschaftler Andreas Buro.

Aachen - Der internationale Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an die israelische Frauenorganisation Machsom Watch sowie an den Palästinenser und evangelischen Pfarrer aus Bethlehem, Mitri Raheb. Den nationalen Friedenspreis erhält der Bürgerrechtler und Politikwissenschaftler Andreas Buro, wie der Vorsitzende der Bürgerinitiative Aachener Friedenspreis, Otmar Steinbicker, am Donnerstag in Aachen mitteilte. Die Preisträger setzten sich auf ihre jeweils eigene Weise vorbildlich "von unten" für Frieden und eine gewaltfreie Lösung von Konflikten ein. Der mit je 1.000 Euro dotierte Preis wird am 1. September in Aachen überreicht.

Machsom Watch wurde 2001 von drei Frauen gegründet. Die Organisation engagiert sich laut Steinbicker gegen Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern. Ihre Mitglieder beobachteten und dokumentierten an Checkpoints, Schranken und Straßensperren zu den Palästinensergebieten im Westjordanland das Verhalten israelischer Polizisten und Soldaten. Sie verteidigten so die Menschenrechte der Palästinenser.

Mitri Raheb ist Pfarrer an der Weihnachtskirche in der Geburtsstadt Jesu. Der 46-Jährige setze sich auf vielfältige Weise für ein friedliches Zusammenleben von Juden und Palästinensern ein, so Steinbicker. Ihm komme es darauf an, trotz des Konfliktes den anderen als "Gottes Geschöpf" zu erkennen, das ein Recht auf Leben, Vergebung und Liebe habe. Raheb bietet in seiner Gemeinde ein großes Kultur-und Bildungsprogramm an, mit dem er nach eigenen Angaben rund 50.000 Christen und Muslime erreicht.

Der 79-jährige Andreas Buro erhält den Preis nach den Angaben für seine Entwicklung einer Zivilen Konfliktberatung als Alternative zu Militäreinsätzen. Seine Konzeption ermögliche es der Friedensbewegung, über eine Forderung nach Truppenabzug hinaus konstruktive Positionen für Konfliktlösungen zu erarbeiten. Der langjährige Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie gehörte zu den Organisatoren des ersten Ostermarsches der Atomwaffengegner 1960 und zu den Begründern der Ostermarschkampagne der 60er Jahre.

Der Friedenspreis wird seit 1988 verliehen. Die Bürgerinitiative will Persönlichkeiten oder Organisationen würdigen, die sich "von unten" für den Frieden einsetzen. 2007 ging die Auszeichnung an das Friedensdorf San Jose de Apartado in Kolumbien und an den Gründer des Aachener Kinderzirkus "Pinocchio", Jupp Steinbusch. Frühere Preisträger waren etwa der katholische US-Theologe Roy Bourgeois und die Münchner Schauspielerin Hanne Hiob, Tochter von Bertolt Brecht, die Flüchtlingsorganisation "Pro Asyl" und die ökumenische US-Gruppe "Pastoren für den Frieden". (kna)

Näheres unter www.aachener-friedenspreis.de



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