Erstellt 08.06.08, 13:40h
Am frühen Nachmittag sollte ein Festzug von der Israelitischen Kultusgemeinde zum zweiten Kundgebungsort in direkter Nähe zur Konzert- und Kongresshalle, dem Tagungsort des NPD-Bundesparteitags, starten. Dort war ab 14.30 Uhr eine multireligiöse Feier mit jüdischen, christlichen und muslimischen Beiträgen geplant. Als Zeichen des Protestes sollten kurz zuvor die Glocken sämtlicher Bamberger Kirchen läuten.
Bereits am Samstag hatten in Bamberg mehr als 2.000 Menschen friedlich gegen den NPD-Bundesparteitag demonstriert. Ein Sprecher der Veranstalter sagte, er sei trotz der gegenüber den Erwartungen etwas geringeren Teilnehmerzahl dennoch zufrieden: "Wir haben hier ein schönes, friedliches Fest." Nach Polizeiangaben verlief auch die Nacht "äußerst ruhig und ohne Zwischenfälle". "Es gab keine Schlägereien, keine Verletzte", sagte ein Polizeisprecher. Eine verbale Auseinandersetzung zwischen Rechten und Linken habe mit einem Platzverweis beendet werden können.
Die Polizei zählte von Samstag bis Sonntagfrüh insgesamt 23 Festgenommene, darunter 20 Personen aus dem linken Spektrum und eine Person aus dem rechten Bereich. Es seien Gegenstände zur Vermummung, ein Teppichmesser, Schrauben, ein Pfefferspray und ein Paar mit Quarzsand gefüllte Handschuhe sichergestellt worden.
Mit dem bisherigen Verlauf der Protestkundgebungen gegen den NPD-Bundesparteitag zeigte sich die Polizei "sehr zufrieden". Auch die Pressesprecherin der Stadt Bamberg, Ulrike Siebenhaar, zog bislang eine "rundum positive Bilanz" der Proteste.
Nachdem im vergangenen Jahr der geplante NPD-Bundesparteitag in Oldenburg abgesagt werden musste, da der Hallenbetreiber den Rechtsextremen die Vermietung der Halle verweigerte, setzte die Partei in Bamberg die Vermietung vor Gericht durch. Die Stadt musste die städtische Kongresshalle vermieten, da dort bereits andere Parteien ihre Parteitage abhalten durften.
(ddp/dpa/AFP/bs)
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