Von HELMUT GOTE, 01.06.08, 21:03h
Die Gastlichkeit in „Essers Gasthaus“ in Neuehrenfeld, wo auf der großen Leinwand alle Spiele der EM übertragen werden, wird darunter aber überhaupt nicht leiden. Passend zu dem großen Fußballereignis und zur grenzübergreifenden Fan-Verständigung präsentieren die Österreicherin Iris Giessauf und der Kölner Andreas Esser in Zusammenarbeit mit dem Magazin des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ab dem 9. Juni vier Wochen lang ein waschechtes österreichisches EM-Menü mit original steirischen Spezialitäten (siehe Kasten rechts) inklusive passender Weinbegleitung und einem abschließenden „Zuckerl“.
Für Sportsfreunde, die sich nicht so gut mit der Küche unseres südlichen Nachbarlandes auskennen, liefern wir hier vorsichtshalber nähere Einzelheiten zum Regelwerk der drei Gänge: Zum Warmlaufen gibt es einen steirischen Vorspeisen-Teller, wie er nicht typischer sein könnte: Dazu gehört natürlich ein Verhackertbrot - Schmalz vom geräucherten Schweinespeck - auf einer dicken Schnitte vom Roggenmischbrot mit Kümmel, außerdem marinierte Käferbohnen im Glas mit knackigem Rettich und saftige Scheiben vom Tafelspitz mit dunkelgrünem Kürbiskernöl auf Roter Bete. Von der Seitenlinie reichen die Betreuer schon zum ersten Gang Grünen Veltliner als erste Erfrischung.
Die Schwarte kracht
Die Spannung steigt mit dem saftigen Schweinsbraten aus dem Backofen, der in der Steiermark traditionell aus dem Schweinebauch zubereitet wird und hier von der Biofleischerei Thönnies stammt. Die knusprige Schwarte kracht zwischen den Zähnen wie ein Pfostenschuss, zudem im Spiel sind Krautfleckerl, das sind feine Weißkohlstreifen mit flachen „Flecken“ aus Nudelteig gemischt und mit Schmand verfeinert.
Trotz des saftigen Morillons (Chardonnay) in der Pause sollte es noch nicht zu ersten Ermüdungserscheinungen kommen, denn für das Finale brauchen alle Akteure noch ein bisschen Kondition: Der große, warme Topfenknödel ist mit einer Marille, also einer Aprikose, gefüllt und in Butterbröseln gewälzt, daneben ein kleines Kompott von getrockneten Aprikosen. Die edelsüße Beerenauslese vom Welschriesling und Weißburgunder versüßt die letzten Minuten wie das Siegtor Hans Krankls gegen uns die Erinnerung der Österreicher an die WM 1978.
Aber noch ist nicht Schluss: In die Verlängerung geht's mit einem Tässchen des berühmten Wiener Julius-Meindl-Kaffees im Original-Porzellan und den speziell zur EM entwickelten Schokoladenspezialitäten der österreichischen Manufaktur Zotter aus Riegersburg.
Und wir würden uns wirklich sehr wundern, wenn nicht alle Beteiligten hinterher sagen würden, dass es ein tolles Spiel mit viel Spannung und zahlreichen Höhepunkten war. Der Vorverkauf für die Tickets hat bereits begonnen.
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