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Nachhilfe für Roma-Kinder

Schüler als Lehrer

Von KIRSTEN BOLDT, 03.06.08, 19:09h

Das Hansa-Gymnasium folgt dem Beispiel von „wir helfen“: Die dortigen Schüler unterstützen das Schulprojekt „Amaro Kher“ und geben jungen Roma Nachhilfe. Oft können diese schlecht lesen, ihr Alltag ist zudem von Ungewissheit geprägt. Doch auch die Schule profitiert durch „Amaro Kher“.

Roma-Schüler im Unterricht
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Roma-Schülerinnen zeigen Alina Nowak, Markus Otriairen, David Hirschel und Anne Koch (von oben) ihre Wochenarbeit. (BILD: WORRING)
Roma-Schüler im Unterricht
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Roma-Schülerinnen zeigen Alina Nowak, Markus Otriairen, David Hirschel und Anne Koch (von oben) ihre Wochenarbeit. (BILD: WORRING)

Köln- Der Beschluss auf der Schülervollversammlung war eindeutig: Die Jugendlichen wollen unbedingt „Amaro Kher“ unterstützen. „Die Präsentation des Projekts war aber auch sehr überzeugend“, lobt Lehrer Götz Zelenka das geplante Engagement seiner Schüler. Einen Grund für die Überzeugungskraft der Präsentation konnte Alina Nowak (17) nennen: „Meine Mutter arbeitet da als Logopädin.“

Gut vorbereitet mit viel Einblick in die Situation der Kinder besucht Alina so am Dienstag das von „wir helfen“ erst ermöglichte Schul- und Betreuungsangebot am Venloer Wall. Es geht darum, sich näher kennenzulernen. Drei der 22 Mitstreiter der Jahrgangsstufe 11, die mitarbeiten wollen, kommen mit, auch Lehrer Zelenka. In der Modelleinrichtung Amaro Kher werden Roma-Kinder aller Altersstufen auf den Besuch von Regelschulen vorbereitet. „Viele Kinder können schlecht lesen, da können wir doch mit denen üben“, schlägt Anne Koch (17) vor.

Schwierige Lebensbedingungen

Vom Einsatz der Schüler ist Ingrid Welke, Geschäftsführerin des Rom-Vereins und stellvertretende Projektleiterin, ganz angetan. „Dass sich Schüler ehrenamtlich hier engagieren wollen, das ist neu für uns.“ Für die Kinder wäre das gut, allerdings nur, wenn die Besuche zu festen Zeiten stattfinden, die Personen langfristig dabei sind und Beziehungen aufbauen. Das werde nicht einfach sein, warnt sie die Jugendlichen: „Die Kinder sind schwierig, weil sie durch schwierige Lebensbedingungen in den Wohnheimen geprägt sind.“ Außerdem müssten sich die Eltern ständig in kurzen Abständen um neue Duldungen beim Ausländeramt kümmern und rechneten jederzeit mit Abschiebungen. „Das schlägt sich manchmal auch auf die Bereitschaft zum Lernen nieder.“ Liebevoll zugewandte Unterstützung benötigten die Kinder auch bei Schulwechseln. „Wenn die Jugendlichen ihnen da gute Freunde sein könnten, das wäre ein Gewinn.“

Aber auch die Einrichtung Amaro Kher kann den Schülern etwas geben. „Wir haben hier ein großes Archiv und eine reich ausgestattete Bibliothek. Da kann man sich erkundigen über die Geschichte der Roma, ihre Kultur, ihre Verfolgung. Das bietet sich an für Referate.“ Wenn die Gymnasiasten sensibilisiert seien, dann könnten sie auch bestimmte Verhaltensweisen besser verstehen und entsprechend reagieren. Ein Aspekt, der Götz Zelenka als Lehrer für Geschichte, Politik und Erdkunde aufmerksam macht: „Das Thema Roma kann man mit diesen Fächern auch verbinden.“

Auf die Frage, warum denn gerade Amaro Kher, hat Anne Klein noch eine plausible Antwort: „Wir sind eine Unesco-Schule, und außerdem stammen viele von uns selber aus anderen Kulturen. Da hilft man sich doch.“

Die nächste „wir helfen“-Seite erscheint am 7. Juni 2008.



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