Erstellt 04.06.08, 22:47h
BERNHARD MÜHR: Gewitter mit Starkregen und Hagel gehören zu unserem mitteleuropäischen Sommer. Ungewöhnlich ist aber die Lage einer Luftmassengrenze, die jetzt schon seit einer Woche quer über Deutschland verläuft. An ihr entwickeln sich in sehr warmer, feuchter und energiegeladener Luft immer wieder irgendwo Gewitter. Ende letzter Woche hatten wir ja sogar neue Temperaturrekorde in einigen Teilen Deutschlands.
Und hat diese ungewöhnliche Lage etwas mit dem Klimawandel zu tun?MÜHR: Mit solchen Schlüssen sollte man vorsichtig sein, wir dürfen nicht von Einzelereignissen auf die gesamte Klimaentwicklung schließen. Es ist unbestritten, dass es weltweit wärmer wird. Aber was das für Folgen für das Wetter hat, ist sehr schwer vorauszusagen. Die Modellrechnungen sind noch mit vielen Unsicherheiten behaftet. Wir können daraus nur schwer Aussagen für einzelne Regionen ableiten.
Aber warum beunruhigt uns das Wetter so sehr?MÜHR: Die Unwetter werden heute mit einer größeren Aufmerksamkeit wahrgenommen als früher - erst recht, wenn Städte oder Dörfer betroffen sind. Die Gewitter in Baden-Württemberg und im Rheinland waren zweifellos sehr heftig, vergleichbare gab es aber schon in früheren Jahren, zum Beispiel das verheerende Hagelunwetter in München im Juli 1984 oder die schweren Verwüstungen in Villingen-Schwenningen vor zwei Jahren.
Es ist also alles noch im Bereich des Normalen?MÜHR: Ja, wir sollten dem Wetter ein bisschen Schwankung zugestehen.
Das Gespräch führte Christiane Vielhaber
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