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Quakende Frösche

Lärmbelästigung aus dem Gartenteich

Von TANJA WESSENDORF, 12.06.08, 21:04h

Sie sind klein, aber ganz schön laut: Quakende Frösche rauben zurzeit Anwohnern Nerven und Nachtruhe. Umgesiedelt werden die Teichbewohner erst im Extremfall. Was kann man tun, um sich vor dem Lärm zu schützen?

Frosch Lärm Nachtruhe
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Frösche strapazieren derzeit wieder die Nerven von Anwohnern. (BILD: PIXELIO.DE/GÜNTHER DOTZLER)
Frosch Lärm Nachtruhe
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Frösche strapazieren derzeit wieder die Nerven von Anwohnern. (BILD: PIXELIO.DE/GÜNTHER DOTZLER)
Auf den ersten Blick ist alles schön idyllisch im Garten von Frau Fischer. Die Frösche scheinen offenbar zu wissen, dass sie gerade beobachtet werden und verhalten sich ruhig. Doch kaum zieht man sich ein wenig zurück, geben die Tiere ihre Vorsicht auf und quaken wieder los. In beachtlicher Lautstärke schallt es aus dem kleinen Teich. Es dauert nicht lange, bis aus dem Ziergewässer im Garten der Nachbarn eine Antwort kommt. Die Frösche scheinen sich zu unterhalten. Und das in einer Lautstärke, die Fischer schon oft Schlaf und viele Nerven geraubt hat. Seit zwei Jahren geht das jeden Sommer so, Tag und Nacht scheinbar ohne Pause. Was tun gegen die lauten Naturburschen?

„Der Froschlärm ist ohrenbetäubend. Gegen ein wenig Gequake ab und zu hätte ich ja nichts. Aber die Tiere in den beiden Teichen scheinen sich gegenseitig anzustacheln und zu übertönen. Der König im Teich ist ganz klar derjenige, der am lautesten ist“, beklagt sich die Lehrerin. Tatsächlich sagen auch Experten, dass die Rufe besonders in der Balzzeit noch lauter tönen, weil die Frösche um die Aufmerksamkeit der Weibchen konkurrieren. Das permanente Gequake stört Fischer beim Arbeiten zu Hause und später in ihrer Feierabendruhe. Mindestens bis Ende Juni wird sie jedoch wohl noch durchhalten müssen. Mai und Juni gelten als Hochsaison des Froschlärms.

Der Teich direkt vor dem Balkon gehört Fischers Vermieterin. Die ältere Dame jedoch hört nicht mehr gut und hat sich bislang am Froschkonzert nie gestört - weshalb Fischer am Ende des Sommers mit ihrer Erlaubnis das Wasser aus dem Teich abgepumpt, die Frösche behutsam eingefangen und in den Wald gebracht hat.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es zwar grundsätzlich verboten, Frösche zu fangen, zu töten oder ihren Lebensraum zu zerstören. Doch bei einer extremen Lärmbelastung ist mit einer Ausnahmegenehmigung tatsächlich eine Umsiedlung möglich. Der langfristige Erfolg dieser Maßnahme allerdings ist nicht immer garantiert. Die Ruhe währte auch in diesem Fall nicht lange. Im nächsten Sommer waren die Frösche nämlich wieder da. Und nicht nur das: Sie lärmen noch mehr, nachdem auch die Nachbarn einen froschfreundlichen Teich angelegt hatten. Die Grundstücke sind weder durch einen Zaun noch durch Bäume voneinander getrennt. Der Nachbar von der anderen Seite hat sich schon entnervt über die Ruhestörung beschwert.

Frau Fischer wohnt seit zehn Jahren in ihrer Wohnung - doch die vergangenen drei Frühjahre waren für sie wie eine Plage. „Viel zu sehen und von der Natur zu lernen gibt es ja hier an den Teichen“, sagt sie fast versöhnlich, „aber Enten wären mir doch deutlich lieber.“



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