Von Norbert Ramme, 16.06.08, 17:07h, aktualisiert 16.06.08, 17:24h
Das allgemeine Interesse an der Euro 2008 nutzten einige geschäftstüchtige Händler des Straßenfests, das vom Kalker Bürgerverein zum Motto „Veedel met Hätz“ organisiert wurde. Drei Tage lang waren entlang des Straßenrandes waren mehr als 90 Stände aufgebaut. Das Angebot reichte von billiger Kleidung (drei Hemden zehn Euro) über Handys und deren Zubehör, Modeschmuck, Körperpflegemittel und Sonnenbrillen bis hin zu Topfblumen und Grünpflanzen in allen Größen und Preisklassen.
Pech mit dem WetterIn die bunte Mischung aus Jahrmarktsattraktionen, Karussells und Kunsthandwerk, Marktständen und Imbissbuden waren auch einige ortsansässige Vereine und Geschäftsleute einbezogen. Auch wenn zahlreiche Geschäfte entlang der Hauptstraße mit Sonderangeboten und Preisnachlässen von bis zu 20 Prozent warben und von den Köln-Arcaden bis zur Sünner-Brauerei viele Händler mit einem verkaufsoffenen Sonntag lockten, flanierten - wohl aufgrund der regnerischen Witterung - deutlich weniger Bürger über Festmeile. Statt den anvisierten 150.000 Besucher zählten die Organisatoren rund 100.000. „Es wurde aber im Vorfeld auch nicht so richtig für das Fest geworben“, kritisierten die Geschäftsleute, die sich aus der ersten Reihe zurückgezogen hatten und statt Verkaufsständen am Straßenrand nur noch Auslagen vor ihren Läden aufgebaut hatten. So Optiker Harald Esser, der über das „schwache Niveau“ des Fests klagte. „ Da engagierte sich sich kaum noch einer von den alt eingesessenen Geschäftsleuten.“
Doch gerade die hatte der Bürgerverein im Vorfeld ansprechen wollen. „Es hat zwei Versammlungen gegeben“, sagte Markus Thiele, der Vorsitzende des Bürgervereins. „Ich wüsste schon gerne, was die Geschäftsleute eigentlich von dem Straßenfest wollen. Dann kann man sich auch auseinander setzen.“ Einige Kritikpunkte aus dem Vorjahr habe man abgestellt, aber manches könne noch besser gemacht werden. Thiele: „Vielleicht sollte man wie im Karneval jedes Jahr ein neues Motto suchen, das dann auch auf dem Fest umgesetzt wird. Da sind noch Gespräche mit allen Beteiligten notwendig, aber es ist schon jetzt Bewegung in der Sache.“
Viele Klänge vom "Ballermann"So habe man nicht nur die Seniorenmesse im Bezirksrathaus an das Straßenfest angegliedert, sondern auch dem „Arbeitskreis Kalk“, einem Zusammenschluss von mehr als 50 Einrichtungen, Trägern, Vereinen, Schulen und städtischen Dienststellen. Die hatten im Vorjahr noch eigenständig im Stadtgarten gefeiert, diesmal wurde ihnen in Höhe der Kapellenstraße für sein „Kalk-Fest“ eine eigene Bühne zur Verfügung gestellt. 21 Gruppierungen - von Kinderschutzbund und Geschichtswerkstatt bis Kirchengemeinden und Frauenberatung - organisierten Aktionen auf der Bühne, Spielangebote oder Informationsstände bei dem Fest. So wurde ein asiatischen Kampfkünste vorgeführt, bei einer Modenschau traditionelle afrikanische Kleider präsentierte oder im Samba-Rhythmus getrommelt.
Klänge ganz anderer Art lockten stets einige hundert Zuschauer vor die große Bühne in Höhe der Rolshover Straße. Dort wurde ein umfangreiches Musik-und Showprogramm geboten: Vom Schlager-Verschnitt Gino dal Nero und dem Elvis-Imitator Johnny Rivers über Ballermann-erprobte Sänger wie Nic oder Willi Herren bis zu kölschen Stimmungsgaranten wie „Fussisch Julchen“ Marita Köllner und den Boore. Nicht alles, was da aus dem Boxen dröhnte, erfreute die Organisatoren. Thiele: „Auch an die Qualität der Musik müssen wir noch mal ran. Ballermann ist eigentlich nicht das Niveau, dass wir uns für Kalk vorstellen.“
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