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Homosexuelle Terroropfer

Union gegen Gleichbehandlung

Erstellt 19.06.08, 18:37h, aktualisiert 19.06.08, 18:57h

In der großen Koalition ist ein heftger politischer Streit entbrannt. Die Union will keine bessere Entschädigung für homosexuelle Terroropfer und deren Angehörige. Ein SPD-Politiker sprach von einer Blockade der Union „aus rein ideologischen Gründen“.

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Terroranschlag in Islamabad: In der Koalition entbrannte ein Streit um die Entschädigung homosexueller Terroropfer. (Bild: afp)
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Terroranschlag in Islamabad: In der Koalition entbrannte ein Streit um die Entschädigung homosexueller Terroropfer. (Bild: afp)
KÖLN - Um die Entschädigung homosexueller Terroropfer ist ein heftiger politischer Streit entbrannt. SPD-Politiker, aber auch Grüne und FDP werfen der Union vor, eine Reform zu blockieren, mit der Opfer terroristischer Gewalttaten im In- und Ausland sowie deren Angehörige besser entschädigt werden sollen. Konfliktpunkt ist die Aufnahme eingetragener Lebenspartnerschaften von Homosexuellen in das Opferentschädigungsgesetz (OEG). Die CDU / CSU lehnen das ab. „Wir wollen keine weiter gehende Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe zwischen Mann und Frau“, sagte Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach. Im Koalitionsvertrag sei vereinbart worden, dass es ein eigenes „Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz“ mit weitergehenden Gleichstellungsregeln nicht geben werde. Die SPD versuche nun aber, in Einzelgesetzen die Rechte homosexueller Lebenspartnerschaften denen der Ehe anzugleichen. „Wenn wir beim Opferschutz nachgeben, kommt als nächstes das öffentliche Dienstrecht dran“, sagte Bosbach der Zeitung.

Kritik aus der SPD

Der SPD-Parlamentarier Anton Schaaf sprach von einer Blockade der Union „aus rein ideologischen Gründen zulasten der Opfer“. Scharfe Kritik übten auch FDP und Grüne. „Es darf keine Opfer zweiter Klasse geben“, sagte FDP-Fraktionsgeschäftsführer Jörg van Essen und sprach von einem „Schlag ins Gesicht der Opfer“. Der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Markus Kurth, nannte die Position der Union „völlig irrational“. CDU und CSU sollten ihre Haltung an der Lebenswirklichkeit ausrichten. „Es handelt sich bei den Gewalt- und Anschlagsopfern, die der Entwurf besser stellen will, um eine erfreulicherweise sehr kleine Personengruppe, von der wiederum nur ein Bruchteil in eingetragenen Partnerschaften lebt“, so Kurth.

Am 18. Januar hatten sich Union, SPD, FDP und Grüne unter Federführung des Bundessozialministeriums auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf verständigt und ihn in die Ressortabstimmung gegeben. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies den Entwurf im Februar aber zurück - unter Hinweis auf die zuvor einvernehmlich beschlossene Aufnahme der eingetragenen Lebenspartnerschaften zwischen Homosexuellen. (ksta)



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