Von Gregor Nentwig, 07.06.08, 16:01h, aktualisiert 08.06.08, 20:43h
Zwei Stunden hatte sich die Spruchkammer beraten, ehe sie zu dem Entschluss gekommen war, dass sich die Spieler der zweiten Mannschaft von DJK Löwe „grob unsportlich“ verhalten hätten, sagte der Vorsitzende der Spruchkammer, Karl Heinz Grimm. Die Spieler hatten im Laufe der Anhörung nämlich mehrfach zugegeben, bei der 1:54-Niederlage gegen SV Rheinkassel-Langel „betrunken und stehend K.o.“ gewesen zu sein, da man am Vorabend eine Party gefeiert hatte, die erst kurz vor Anpfiff zu Ende war. „Die Spieler haben sich während des Spiels überraschend passiv verhalten“, bestätigte der Schiedsrichter der Partie, Helmut Koch, die Aussagen. „In der ersten Halbzeit war es noch ein normales Fußballspiel, in der zweiten Halbzeit haben die Spieler von DJK Löwe dann nicht mehr eingegriffen.“ Somit sah Grimm eine gravierende persönliche Schuld der Spieler durch ihre Passivität bestätigt und sperrte sie.
Die Spieler von Langel hingegen und der Verein selbst bleiben ungestraft. Da nach der Anhörung des Kapitäns Marcel Schiller und des Trainers Horst Richwien für die Spruchkammer erwiesen schien, dass jegliches Fehlverhalten allein von DJK Löwe ausgegangen sei, wurde das Spiel mit 54:1 für Langel gewertet, die somit den Aufstieg in die Kreisliga C feiern können.
Auch Germania Nippes, durch den 54:1 Sieg Langels gegen DJK Löwe am letzten Spieltag vom Aufstiegsplatz verdrängt, kann sich noch Hoffnungen auf die Kreisliga C machen. Die Spruchkammer empfahl Löwe, den Platz in der Kreisliga C, den die erste Mannschaft durch die Runterstufung verliert, Germania Nippes anzubieten.
Am Montag wird DJK Löwe in einer internen Sitzung die 1:54-Niederlage und den Beschluss der Spruchkammer diskutieren. Berufung kann Löwe noch bis zum kommenden Dienstag, 0 Uhr, einlegen. Das werde der Verein auch tun, da das bloße Spielergebnis „weder indiziere, noch beweise, dass Unsportlichkeiten vorgelegen haben“, sagte Vorstandsmitglied Schmitz. Schlimmer als die von der Spruchkammer auferlegten Strafen sei jedoch der entstandene Eigenschaden und „die Schädigung des Rufs von DJK Löwe.“
54:1 in Kreisliga: Plötzlich berühmt durch 54 Dummheiten
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