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Kulturbahnhof: Ausstellung

Holzskulpturen in verrenkter Pose

Von Bernhard Romanowski, 23.06.08, 16:31h, aktualisiert 24.06.08, 09:52h

Sieben Künstlerinnen präsentieren bis zum 2. August gelungene Werke. Zur Vernissage wurde Lyrik vorgetragen und Mode präsentiert. Kuratorin Susanne Polzin begeistert sich auch für die Lebensgeschichten der Kunsttreibenden.

Inge van Kann
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Glaubt man der Künstlerin Inge van Kann, so wird der "schönste Tag im Leben" mit diesem Kleid noch schöner. (Bild: Romanowski)
Inge van Kann
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Glaubt man der Künstlerin Inge van Kann, so wird der "schönste Tag im Leben" mit diesem Kleid noch schöner. (Bild: Romanowski)
Advena
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Die Malerin Birgit Richter-Trautmann zeigt ihre Arbeiten im "Kuba" und ist selbst beeindruckt von einer Skulptur aus den Händen der Münstereifelerin Sarah Advena. (Bild: Romanowski)
Advena
Nettersheim - - Der Kulturbahnhof war am Samstag fest in der Hand „Starker Frauen“. So nämlich lautete der Titel der Ausstellung, die dort im Beisein zahlreicher Zuschauer eröffnet wurde und noch bis zum 2. August zu sehen ist. Susanne Polzin, Betreiberin der Kultureinrichtung und Kuratorin der aktuellen Ausstellung, konnte dazu sieben Künstlerinnen zusammenbringen, die den Besuchern der Vernissage auch Rede und Antwort standen zu ihren Werken. Zudem wurde am Samstag auch eine Modenschau sowie eine Lesung lyrischer Texte geboten.

„Neben den Werken war für mich die bewegte Vita und die Lebenshaltung der einzelnen Künstlerinnen interessant“, schilderte Polzin ihre Auswahl für die Gruppenausstellung am Samstag gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Werkschau, so die Kuratorin weiter, zeige eindrucksvoll, dass Frauen nicht nur im Kopf, sondern durchaus auch körperlich stark seien.

Besinnlich und dramatisch

Beredtes Beispiel für diese Ansicht sind unter anderem die vier massiven Holzskulpturen von Brele Scholz. Die Figuren sind zumeist übergroße Menschengestalten teils in stiller, fast besinnlicher Haltung, teils wiederum in dramatischer bis verrenkter Pose gehalten. Den Bereich der Skulpturen bedient auch eine weitere Teilnehmerin der Gruppenausstellung mit ihren allein schon handwerklich beeindruckenden Exponaten. Sarah Advena steuert unter anderem eine lebensgroße Frauenfigur im Kulturbahnhof bei, die mit nur angedeuteten Armen und umschlungen von Stacheldraht eine ausdrucksstarke Leidenspose einnimmt. Auch Leidensfähigkeit kann als besondere weibliche Stärke verstanden werden - dieser Gedanke drängt sich einem beim Anblick dieser dennoch anmutig wirkenden Skulptur im Kontext des Ausstellungstitels fast auf.

Mit interessanten Installationen reiht sich die Künstlerin Maggie Töpfer in die gemeinsame Werkschau ein. Ihr wurde fast die gesamte zweite Etage des Kulturbahnhofs als Raum zur Verfügung gestellt. Noch im Treppenhaus wird der Blick aber bereits von einem anderen Werk angezogen. Bernhardine Schippers zeigt dort eine ihrer Videoinstallationen, in denen - man ahnt es bereits - verschiedene Frauen zu Wort kommen. Der Bereich der Malerei wird von den beiden Künstlerinnen Izabella Chulkova und Birgit Richter-Trautmann mit thematisch entsprechenden Motiven vertreten.

Auch Fotografien zieren die Wände im „Kuba“. Laetitia Eskens ist noch eine ganz junge Vertreterin dieser Disziplin. Sie wurde vergangenen Mittwoch erst 18 Jahre alt und verfasst auch lyrische Texte, die ihr bereits verschiedene Literaturpreise einbrachten. Einige davon gab sie während der Vernissage zum Besten. Man darf gespannt sein, was die junge Frau in Sachen Kunst noch hervorbringen wird.

Gespannt waren die Besucher im Kulturbahnhof im Übrigen auch auf das, was ihnen Inge van Kann zu zeigen hatte. Die Künstlerin aus Mechernich konnte einige junge Frauen dafür gewinnen, ihre Modeschöpfungen auf dem „Catwalk“ der Bahnhofsterrasse und entlang der Schienen zurück in das Gebäude zu präsentieren. Als Material für ihre Kreationen nutzt van Kann zumeist Gegenstände und Stoffe, die üblicherweise nicht beachtet und weggeworfen werden. So waren etwa die farbenfrohen Leibchen der Models aus Kartoffelnetzen gefertigt. Auch ein Brautkleid gehörte am Samstag zur Kollektion. Zudem sorgten zwei der Amateurmodels als feuerrot und schwarz gewandete Hexen für ein Flair, wie man es sonst nur aus der „fünften Jahreszeit“ kennt.

 www.kuba-nettersheim.de



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