Erstellt 23.06.08, 18:18h
Wer einen Sitzplatz in der Nähe der Terrasse, die als Bühne diente, ergattern wollte, musste vorher gegen Bares reservieren lassen. Die 900 Karten waren schon im Vorfeld vergriffen. „Wir mussten irgendwann Schluss machen, sonst hätten unsere Servierkräfte Probleme bekommen“, sagte eine sichtlich aufgekratzte Hannelore. Die gebürtige Österreicherin hat mittlerweile verkraftet, dass die „Ösis“ bei der Euro nicht mehr mitspielen dürfen und drückt jetzt den „Daitschen“ die Daumen, was mit Deutschlandfahne nachdrücklich dokumentiert wurde.
„König von Mallorca“
Nach all den Querelen der zurückliegenden Monate wegen gesundheitlicher Probleme und abgesagter Tournee war der Zuspruch seiner Fans im Herzen der Kurstadt am Sonntag wie Balsam für Heinos Seele. Er sang zur Freude des überwiegend älteren Publikums Lieder wie „Tampico“ oder „Karamba, Caracho, ein Whisky“. Unterstützt wurde er dabei von langjährigen Freunden wie Jürgen Drews, der mit seiner Gattin Ramona einen Trip in die Eifel gemacht hatte.
Dem selbst ernannten „König von Mallorca“ gelang es zwar nicht, die in der brütenden Sonne vor sich hin schwitzenden Herrschaften in Ballermann-Stimmung zu versetzen. Aber bei seinem unverwüstlichen „Bett im Kornfeld“ sangen alle begeistert mit. Zum verlässlichen Freundeskreis von Heino gehören auch Judith und Mel, die in der Volksmusikszene ihren festen Platz haben. Ihre Schlagermelodien wurden mit ebenso großem Beifall aufgenommen wie die alten Hits von Graham Bonney. Der Engländer, seit Jahrzehnten in Deutschland verwurzelt, beeindruckte mit seinem speziellen Charme und seinem sonnigen Gemüt. Zum Gelingen des Nachmittags trugen auch Heino-Sohn Uwe Kramm und die Eifelrockband „Wibbelstetz“ als Lokalmatadore bei. Sollten Heino und Hannelore dereinst in den Ruhestand gehen, müssen die Fans nicht traurig sein. Vor dem Rathaus-Café konnte man am Sonntag zwei Figuren bestaunen, die volkstümliche Melodien auf Akkordeon und Tuba spielten. Die Puppen hatten zwar nur entfernt Ähnlichkeit mit dem Ehepaar Kramm. Aber die Ausstattung mit schwarzer Brille, Blondschopf (Heino) und Dirndl (Hannelore) ließ keinen Zweifel daran, wen das mechanische Straßenmusiker-Duo darstellen sollte. (ksta)
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