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Kostenexplosion

20 Krankenkassen erhöhen die Beiträge

Von STEFAN SAUER, 24.06.08, 20:57h, aktualisiert 25.06.08, 09:44h

Für Millionen Deutsche werden ab dem 1. Juli die Krankenkassen teurer. Der durchschnittliche Beitragssatz steigt auf etwa 15 Prozent. Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach drängt die Kassen, ihre Einsparpotenziale zu nutzen.

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20 Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge. (Bild: dpa)
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20 Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge. (Bild: dpa)
BERLIN - Die Gmünder Ersatzkasse und 19 weitere, kleinere Krankenkassen erhöhen zum 1. Juli die Beiträge. Die 1,7 Millionen Versicherten der Gmündener müssen nach Angaben des Bundesversicherungsamts mit einem Anstieg um 0,4 Punkte auf 14,3 Prozent rechnen, zu dem noch der Arbeitnehmersonderbeitrag von 0,9 Prozentpunkten hinzukommt. Das Amt rechnet nun damit, dass der Durchschnittsbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen von 14,85 auf etwa 15 Prozent ansteigt. Der mit dem Gesundheitsfonds zum 1. Januar 2009 eingeführte bundeseinheitliche Beitrag wird nach Expertenprognosen zwischen 15,2 und 15,5 Prozent liegen.

Die Gmünder Ersatzkasse nannte am Dienstag vor allem gestiegene Arzneimittelausgaben als Ursache für den Druck auf die Beiträge. Kostenträchtige Krebstherapeutika, überflüssige Medikamente für Kinder sowie die Verschreibung neuer und teurer Mittel ohne neuen Nutzen hätten die Ausgaben in die Höhe getrieben, heißt es im Gmünder Arzneimittelreport. Zusätzliche Kostentreiber sind steigende Klinikkosten sowie die Neuregelung der Ärztehonorare, durch die von 2009 an mindestens 2,5 Milliarden Euro pro Jahr mehr ausgegeben werden.

Der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, Klaus Vater, appellierte an die Kassen, ihre Möglichkeiten zu Rabattverträgen mit Pharmaherstellern konsequenter als bisher zu nutzen. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht „noch große Spielräume“ für solche Verträge. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ merkte Lauterbach am Dienstag kritisch an, dass die Kassen weitere Möglichkeiten zur Kostenreduktion bisher nicht wahrnähmen. „Die Kassen könnten eine Liste mit absehbaren operativen Eingriffen erstellen, diese vom Bundesausschuss absegnen lassen und dann die Operationen frei ausschreiben“, sagte Lauterbach. Dies habe den Vorteil, dass insbesondere fachlich spezialisierte und zugleich kostengünstige Krankenhäuser zum Zuge kämen. „Es ist absurd, dass etwa im Großraum Köln 100 Krankenhäuser Knieoperationen durchführen. Dies kostet viel und ist in vielen Fällen qualitativ auf unterstem Niveau.“



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