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Kölner Zoo

Kleiner Esel muss Zoo verlassen

Von Claudia Hauser, 26.06.08, 22:50h, aktualisiert 28.06.08, 11:52h

Vater-Hengst Ivan duldet neu geborenen Onager Jago nicht im Gehege. Der kleine schnelle Esel wird eines Tages bis zu 80 Kilometer pro Stunde laufen können.

Kleiner Esel
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Sechs asiatische Wildesel leben in Köln, weltweit gibt es nur noch 650. Das Fohlen Jago fühlt sich in seiner Herde offensichtlich wohl. (Bild: Grönert)
Kleiner Esel
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Sechs asiatische Wildesel leben in Köln, weltweit gibt es nur noch 650. Das Fohlen Jago fühlt sich in seiner Herde offensichtlich wohl. (Bild: Grönert)
Nippes - Die Ohren sind schon ziemlich lang, die Beine noch viel länger, und die Schnauze setzt sich schneeweiß ab vom beigefarbenen Fell des kleinen Onager-Hengstes. Noch traut man ihm nicht zu, dass er eines Tages schneller laufen kann als ein Rennpferd - bis zu 80 Kilometer pro Stunde. Nach zwei Jahren hat die asiatische Wildesel-Stute Jessica wieder ein Fohlen bekommen. Jago wurde am 16. Juni geboren und hat zurzeit wie alle Kleinkinder nur zwei Dinge im Sinn: Trinken und Schlafen. Zoodirektor Theo Pagel freut sich ganz besonders über das neue Zookind: „Onager sind eine sehr bedrohte Tierart“, sagt er. „In der freien Natur gibt es mittlerweile weniger als 500 Tiere.“ Die sechs Esel im Kölner Zoo gehören zu den 150 Tieren weltweit, die in Zoos leben. Jago muss die kleine Herde trotzdem im nächsten Jahr verlassen, sein Vater Ivan wird keinen zweiten Hengst im Gehege dulden.

Der Schutz und die Erforschung von Tierarten gehören zu den Hauptaufgaben eines Zoos. Theo Pagel bedauert, dass diese Aspekte beim großen Zoo-Test des Hamburger Magazins „Stern“ nicht berücksichtigt wurden. Vor acht Jahren war der Kölner Zoo die Nummer eins, im aktuellen Ranking schneidet er nur noch mittelmäßig ab: Von 27 großen deutschen Zoos belegt Köln mit der Gesamtnote 2,16 (im Jahr 2000: 1,91) den 15. Platz. Der Zoo Berlin ist eindeutiger Sieger. „Wir haben im Grunde nur eine Viertelnote schlechter abgeschnitten als beim ersten Test“, sagt Pagel, der nicht nachvollziehen kann, warum beispielsweise das Eulen- und Greifvögelhaus von einer glatten Eins auf die Note 2,4 abgerutscht ist. „Wir haben in dem Bereich in den letzten Jahren nichts verändert.“

Bewertet wurden außer dem äußeren Eindruck auch der Besucherservice und die Tierhaltung, die 80 Prozent der Note ausmachen. Hier wurden in Köln vor allem die Gehege der Nilpferde und der Krokodile bemängelt. Außerdem erhielten der Spielplatz und das Restaurant keine guten Noten. Pagel verweist auf die Planung des neuen Restaurants neben dem Elefantenpark. Mit dem neuen Hippodrom - einem Haus für die Nilpferde und Krokodile, das 2010 eröffnet werden soll - habe der Zoo außerdem genau auf der Agenda, was kritisiert worden ist. Pagel hat sich zum Ziel gesetzt, beim nächsten Vergleich mit dem Kölner Zoo wieder ganz vorne dabei zu sein. „Der Test zeigt, dass Betreiber erkennen müssen, wie nötig es ist, immer wieder neu zu investieren.“



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