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Folgen der WM 2006

Der junge Nationalstolz

Von ISMENE POULAKOS, 27.06.08, 22:19h, aktualisiert 29.06.08, 09:46h

Forschungsergebnisse belegen, dass die WM 2006 positive Folgen für die Einstellung Jugendlicher zu Deutschland hat. Bemerkenswert ist, dass nicht nur unter den Deutschen zwischen 14 und 18 Jahren nach der Weltmeisterschaft der Nationalstolz gewachsen ist.

WM 2006
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Fan-Meile am Brandenburger Tor 2006 in Berlin: David Odonkor (l.) und Lukas Podolski bedanken sich bei den Fans. (Bild: ddp)
WM 2006
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Fan-Meile am Brandenburger Tor 2006 in Berlin: David Odonkor (l.) und Lukas Podolski bedanken sich bei den Fans. (Bild: ddp)
Es mögen sich andere gewundert haben. Dass es nach dem Halbfinale-Sieg der Deutschen über die Türken keine Randale gab. Sondern sogar gemeinsame Partys unter deutschen und türkischen Flaggen. Für den Kölner Professor Ulrich Schmidt-Denter sind die Ereignisse vom vergangenen Mittwoch eine besonders willkommene Bestätigung seiner Forschung. Vor und nach der WM 2006 hat der Psychologe die Einstellung von deutschen Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verglichen. Das erstaunliche Ergebnis: Nicht nur unter den Deutschen zwischen 14 und 18 Jahren ist nach der Weltmeisterschaft der Nationalstolz gewachsen. Auch die ausländischen Jugendlichen stehen der deutschen Kultur und der Wirtschaft positiver gegenüber - und sind stolz auf Deutschland. Und das, obwohl die deutsche Mannschaft gar keinen Titel errungen hat. „Offenbar beeinflusst die positive Atmosphäre der Weltmeisterschaft das Erleben der Jugendlichen“, sagt Schmidt-Denter. Damit verbunden seien positivere Emotionen in Bezug auf ihr Land. Der unverkrampftere Umgang mit nationalen Gefühlen und Symbolen sei ein „epochaler Trend“. Das legten Vergleiche mit anderen Studien nahe.

Die Studie aus dem Department Psychologie der Universität Köln ist Teil eines großen kulturvergleichenden Projektes. Mehr als 1000 Jugendliche wurden allein in Deutschland in den Jahren 2001 und 2002 befragt. 2007 verglichen die Kölner Psychologen die Daten mit 120 qualitativen Interviews, in denen unter anderem gezielt nach der Weltmeisterschaft gefragt wurde.

Die Ergebnisse deuten jedoch nicht nur auf einen gestiegenen Nationalstolz hin, sondern auch auf mehr Toleranz und weniger Fremdenfeindlichkeit. „Die große WM-Party hat die Jugendlichen näher zusammengeführt“, kommentiert Schmidt-Denter. Der Nationalstolz junger Menschen könne durch bedeutende Ereignisse kurz- und mittelfristig beeinflusst werden.

Der viel zitierte „Partyotismus“ macht also nicht nur Spaß, sondern hat auch positive Nebeneffekte. Und bringt vielleicht Politiker auf gute Ideen, wie sie künftig Gelder für Anti-Rassismus-Kampagnen sinnvoll anlegen können.



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