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Die Woche in Köln

Ochsenfrosch und Hippodom

Von Peter Berger, 27.06.08, 23:28h

Der Kerl ist eine Seuche und lässt kein Sommerloch aus. Getarnt als Freizeitforscher, Wirtschaftsprüfer oder Zoo-Experte bläst er sich auf wie ein Ochsenfrosch und seine Erkenntnisse unters Volk. Hey Leute, ich bin es, euer Räng-King, der König der Statistik, und erkläre euch, wie es um eure Stadt bestellt ist. Alles natürlich hochwissenschaftlich.

So kommt beispielsweise der Freizeitforscher Professor Horst W. Opaschowski, der Räng-King der BAT Stiftung, für Köln zu einer wirklich sensationellen Einschätzung: hohe Sympathiewerte für urbane Atmosphäre und Gastfreundschaft, aber mit einem tiefen Wohlstandsgraben. Das ist nichts anderes als die wissenschaftliche Umschreibung für „Drink doch eine met“ und auch nicht neu, musste aber mal auf Hochdeutsch gesagt werden.

Womit wir gleich bei den Wirtschaftsprüfern von Ernst & Young wären, die in ihrer Standortstudie Köln als überdurchschnittlich attraktiv bezeichnen. Wegen seines tollen Images und des guten sozialen Klimas. Auf gut kölsch: „Häs de och kei Jeld, dat es janz ejal“ - Immobilien kann sich in Köln eh kein Mensch leisten.

„Schwere Hippothek“

Doch das Schlimmste kommt erst noch. Unser Zoo ist in der Umfrage des „Stern“ ganz brutal abgestürzt: von Platz eins auf 15. Bei der Elefanten-Haltung gab es Abzüge in der B-Note („Nicht modern genug!“) und die Flusspferde und Krokodile sind nach Ansicht der Experten in Köln die ärmsten Schweine.

Das ist eine schwere „Hippothek“ für unseren Zoodirektor, schließlich ist der „Hippodom“ doch längst in Planung, soll 2010 eröffnet werden. Was immer man sich darunter vorstellen mag. Gut, wenn es um den reinen Erlebnisfaktor geht, könnte Pagel aus dem „Hippodom“ ein „Hippodrom“ machen, was im Eifer des Gefechts ja schnell passiert ist. Schließlich hat Knut den Berliner Tiergarten auch im Alleingang auf Platz eins katapultiert. Vielleicht ist das mit dem „Hippodrom“ gar keine so blöde Idee, um Pagel aus seinem Krokodilemma herauszuhelfen. Mit Flusspferd-Rennen und einem Ranking-Kong als Kinderschreck. Und ein paar bunten Schildchen an den diversen Fahrgeschäften wie dem Zoo-Express, die den Kölner Tierpark endgültig zum Affentheater machen: „Junges Erdmännchen zum Mitreisen gesucht.“

So. Jetzt aber Schluss mit lustig. Der nächste Räng-King steht schon vor der Tür und wird uns erklären, warum die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau bis zum Jahre 2020 im Durchschnitt aller Regionen leicht ansteigen und Köln statistisch da ganz vorne liegen wird. Weil wir dann seit zehn Jahren das „Hippodrom“ haben. Und das ein klarer Standortvorteil ist - für unsere Pänz, Pänz, unsere dreckelije Pänz.



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