Von Joachim Sprothen, 30.06.08, 18:38h, aktualisiert 01.07.08, 08:54h
„WeGebAU“ steht als Kürzel für „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“. Dass Speditions-Geschäftsführer Paul Berners und sein Assistent Daniel Claßen gestern die Gastgeber waren, hatte einen guten Grund. Fünf Lagerarbeiter der Spedition, darunter der beim Pressegespräch anwesende 34-jährige Sascha Wübbena aus Euskirchen, werden derzeit zu Berufsfachkraftfahrern fortgebildet. Die Kosten in Höhe von 26 000 Euro, die pro Mitarbeiter für die zertifizierte Fahrschule und an Lohnkosten anfallen, zahlt die Agentur. Eine Million Euro hat Roswitha Stock für „WeGeBAU“ in ihrem Jahresetat. Rund 150 Arbeitnehmer, davon 60 im Kreis Euskirchen, profitierten bislang von der Maßnahme. „Aber das Budget ist erst zu etwa 70 Prozent aufgezehrt, deshalb haben wir zu diesem Pressegespräch eingeladen“, sagte Stock in Begleitung ihrer für die Eifel zuständigen Mitarbeiterin Monika Zappen.
Laut Paul Berners schlägt man mit der Maßnahme gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Die Speditionen haben Schwierigkeiten, an qualifizierte Kraftfahrer heranzukommen, die Lagerarbeiter bekommen nach Beendigung der Fortbildung mehr Geld in die Lohntüte, und „die Gefahr, dass die Arbeitnehmer irgendwann in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, verringert sich durch die berufliche Qualifizierung deutlich“. Allein die zertifizierte Fahrschule schlägt mit etwa 4500 Euro zu Buche, hinzu kommen noch die Fehlzeiten während der dreimonatigen externen Ausbildung. Diese Kosten hätte er ohne die Förderung nicht auf sich genommen, meinte Speditions-Chef Berners.
„WeGebAU“ ist für Unternehmen gedacht, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen. Die Zielgruppe sind Arbeitnehmer über 45 Jahre oder Jüngere ohne Berufsabschluss. Interessierte Betriebe können sich unter der Hotline 01 80 / 1 66 44 66 bei der Bundesagentur melden. Nicht nur der Weg zum „Brummi-Fahrer“ wird gefördert, auch andere Berufssparten kommen in Betracht. Für eine ganz gewisse Klientel ist das Projekt laut Roswitha Stock aber nicht gedacht: „Für ehemalige Berufskraftfahrer, die etwa wegen Alkohol am Steuer ihren Führerschein abgeben mussten.“
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