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Politik

Kirche wehrt sich gegen Pro Köln

Von Helmut Frangenberg, 02.07.08, 20:22h, aktualisiert 03.07.08, 11:57h

Rechtsextreme werben mit „Christen“ für ihre Ziele, Katholikenausschuss und Caritas üben Kritik. Der Neuehrenfelder Pfarrverband distanziert sich von der gewählten Vertreterin.

Ehrenfeld - In der Kölner katholischen Kirche hat die Gründung eines Arbeitskreises „Christen pro Köln“ der rechtsextremen Vereinigung „Pro Köln“ zu heftiger Kritik geführt. Für besonderen Wirbel sorgt dabei, dass Ellen Sänger, eine Mitarbeiterin von „Pro Köln“ im Stadtbezirk Ehrenfeld, im Internet mit ihrer Funktion als Pfarrgemeinderatsmitglied der Neuehrenfelder Pfarrei St. Peter wirbt. „Die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat und bei Pro Köln ist nicht vereinbar“, sagte die Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses Hannelore Bartscherer. Der Pfarrgemeinderat des Neuehrenfelder Pfarrverbandes hat sich von seinem Mitglied „klar und deutlich distanziert“. „Wir haben mit Pro Köln nichts zu tun“, sagte Ulrike Heinen für das Gremium. „Wenn eine Pfarrgemeinderätin Gründungsmitglied dieses Arbeitskreises ist, geschieht das ohne unsere Billigung.“ Pfarrer Franz-Heiner Schwirten wehrte sich gegen den „Versuch der Vereinnahmung“. Hinter den Kulissen wurde seit Wochen erfolglos versucht, die Zerreißprobe, der sich die Pfarrei ausgesetzt sieht, ohne großes öffentliches Aufheben zu entschärfen. Sänger war ihrem ehemaligen CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Jörg Uckermann, dessen Stellvertreterin sie war, zu „Pro Köln“ gefolgt. Auch Uckermann bekennt sich nun als „Christ“ zu den Rechtsextremen. In Gesprächen sei versucht worden, Sänger davon zu überzeugen, dass die Ziele der „verbrämten neonazistischen Vereinigung“ nicht mit christlichen Vorstellungen vereinbar seien, so Heinen. Sänger weigert sich, ihr Mandat im Pfarrgemeinderat niederzulegen. Als Vertreterin der Pfarrei auf Dekanatsebene wurde sie abgewählt. Für Bartscherer ist die Herausstellung Sängers Teil der Strategie der Rechtsextremen. Sie versuchten zu vermitteln, die Interessen der bürgerlichen Gesellschaft zu vertreten und dort verankert zu sein. „Pro Köln“ sei aber keine „Bürgerbewegung“, sondern „eine Partei mit rechtsradikalen Zielen“. Der offensive Auftritt von „Pro Köln“ zeige, dass die „Pfarreien ab jetzt ganz besonders gefordert sind“. Überall müsse klargemacht werden: „Mit euch können wir nicht zusammenarbeiten.“

Die „zentrale Dimension des Christentums“ sei es, „mitmenschlich zu handeln, integrativ zu wirken und Benachteiligten zur Seite zu stehen“, sagte der stellvertretende Caritas-Direktor Peter Krücker. Für all das stehe „Pro Köln“ nicht. Die Positionen der Rechtsextremen seien „unvereinbar mit einer christlich-katholischen Position“, so Krücker.

Heinen und Bartscherer machten deutlich, dass die Kirche die Tür immer offen halten wolle, um mit Einzelnen im Gespräch zu bleiben. Es müsse immer das Angebot geben, „zurückkommen zu können“. Voraussetzung sei jedoch, sich von „Pro Köln“ wieder zu distanzieren.



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