Von Hartmut Zitzen, 17.07.08, 18:51h, aktualisiert 18.07.08, 09:17h
Einige von denen waren dem Großaufgebot an Ordnungshütern bei der medienwirksam inszenierten Aktion zuvor bereits ins Netz gegangen: Ein paar Fahrzeuge mit technischen Mängeln, gleich mehrere mit unzureichend gesicherter Ladung - und ein „Kapitän der Landstraße“, der um 10 Uhr Morgens schon mächtig Schlagseite hatte, lautete die vorläufige Bilanz zu Beginn der Pressekonferenz.
Während die „gewöhnlichen“ Autobahnpolizisten gemeinsam mit zahlreichen Kollegen vom Zoll und dem Bundesamt für Güterverkehr in dem ganzen Trubel alle Mühe hatten, ihre Kontrolle geordnet durchzuführen, sonnte Wolf sich im Licht der Kamerascheinwerfer und forderte das Heer der Journalisten nachdrücklich auf, ihn bei der Bekämpfung der Lkw-Unfälle tatkräftig zu unterstützen.
Unfälle vermeiden
„Fahrer, die bei Tempo 90 Zeitung lesen, mit dem Handy am Ohr telefonieren oder während der Fahrt Kaffee kochen, handeln verantwortungslos und müssen mit Konsequenzen rechnen“, kündigte Wolf an und forderte: „Wir müssen alles daran setzen, Unfälle wie Ende Mai am Kamener Kreuz mit fünf Toten zu vermeiden.“ Die konsequente Ahndung von Verstößen sei dabei nur ein Mittel. Für ebenso wichtig hält der Innenminister die europaweite Ausstattung von Lastkraftwagen mit moderner Sicherheitstechnik. Darin sah auch Bernd Andresen vom Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen einen vielversprechenden Ansatz. Zusammen mit Spediteur Willi Kellershohn aus Lindlar präsentierte er einen Lkw, der es seinem Fahrer praktisch unmöglich macht, in einen Auffahrunfall verwickelt zu werden. Dafür sorgt eine Radarantenne über der Stoßstange, die permanent den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und den Geschwindigkeitsunterschied misst.
Droht Gefahr, warnt das Gerät den Fahrer zunächst optisch und akustisch. Erfolgt darauf keine Reaktion, bremst das System den Lkw selbsttätig notfalls bis zum Stillstand ab. Er habe seinen kompletten Fuhrpark mit der Abstandswarnanlage ausgestattet, berichtete Kellershohn. Seither sei die Zahl der Unfälle in seinem Unternehmen um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Und angesichts des Neupreises von rund 150 000 Euro für eine Zugmaschine seien ein paar Tausend Euro Mehrkosten für das System leicht zu verschmerzen.
Nach Schätzungen der EU-Kommission, fügte Wolf hinzu, könnten allein auf diese Weise bis zu 2500 Menschenleben jährlich in Europa gerettet werden.
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