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Internet-Suchmaschine

Mit der Maus zum WC

Von Simon Müller, 27.07.08, 23:02h

Christoph Beckmann betreibt eine Internet-Suchmaschine für öffentliche WC-Anlagen. Auf der Web-Seite des angehenden Kölner Fachinformatikers sind nahezu 10 000 stille Örtchen bewertet.

Christoph Beckmann
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Christoph Beckmann hat jede Menge Bewertungen gelesen. Keine Toilettenanlage in Deutschland bekommt so schlechte Noten wie das WC unterm Neumarkt. (Bild: Knieps)
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Christoph Beckmann hat jede Menge Bewertungen gelesen. Keine Toilettenanlage in Deutschland bekommt so schlechte Noten wie das WC unterm Neumarkt. (Bild: Knieps)
Köln - Das beste öffentliche Klo Deutschlands steht in Köln. Das schlechteste leider auch. Das zumindest behaupten die Nutzer von lootogo.de, einer Internet-Suchmaschine für öffentliche Toiletten, die Christoph Beckmann aus Köln entwickelt hat.

Die Idee dazu kam dem 18-Jährigen, als er im vorigen November auf dem Berliner Alexanderplatz nach einer öffentlichen Toilette suchte - und dabei fast verzweifelte. Es müsste einen Service geben, der einem in solchen Situationen hilft, dachte sich der angehende Fachinformatiker und kam so auf die Idee für ein bemerkenswertes Projekt. Gemeinsam mit seinem Kumpel Christian Rohowski erstellte Christoph Beckmann die Website lootogo.de, eine Suchmaschine für öffentliche Klos mitsamt eines Bewertungssystems.

Smiley als Symbol

Die Benutzung der Seite ist ein Kinderspiel: Wer seinen Standort in die Suchmaske eingibt, sieht einen Mausklick später eine virtuelle Landkarte, auf der die nahe gelegenen öffentlichen Toiletten verzeichnet sind - sofern die Datenbank an dem angegebenen Ort Treffer findet. Derzeit befinden sich deutschlandweit 9136 Toiletten im System, davon befinden sich 16 auf Kölner Stadtgebiet. Nahezu 10 000 Klos, das klingt zunächst beeindruckend; dabei sind bisher bei lootogo.de vor allem Großstädte erschlossen. Damit sich das ändert, bietet die Seite jedem Besucher die Möglichkeit, selbst stille Örtchen einzutragen und zu bewerten.

Und das ist auch das Besondere an der Website: Sie zeigt nicht nur an, wo die nächste Toilette ist, sondern auch, ob strahlend saubere Brillen auf Besucher warten oder ob der Lokus nur in einem Schutzanzug betreten werden sollte. Zwar gibt es in den USA eine ähnliche Internetseite, können sich Touristen in London per SMS die nächstgelegene Toilette anzeigen lassen, und auch die deutsche Seite gratispinkeln.de listet Klos auf - aber ein Bewertungssystem gibt es derzeit wohl nur bei lootogo.de. Es ist nach den Kriterien Sauberkeit, Wartezeit, Ausstattung und Personal gegliedert. Ein „Smiley“-Symbol gibt Auskunft, ob die Toilette behinderten- bzw. kindgerecht ist und die Benutzung Geld kostet. Denn Toilette ist keineswegs gleich Toilette: Während das Klosett des McDonald's am Rudolfplatz mit einer glatten Fünf benotet wird, findet der Bedürftige ein paar Meter weiter, im Gloria-Theater, eine Sanitäranlage mit der Traumnote 1,25. Doch für richtige Liebhaber kommt eigentlich nur die Toilette der Köln Arcaden in Frage. Mit einer Bewertung von 1,10 führt dieses Klo in der Rangliste der Edelschüsseln Deutschlands. Allerdings stellt Köln auch das absolute Schlusslicht des Rankings: Die Toilette am Neumarkt wirkt mit seiner Durchschnittsnote von 5,89 nicht gerade einladend.

Frei von Werbung

Noch ist die Suchmaschine nur per Computer erreichbar. Das heißt, der Toilettenbesuch während der Fahrradtour oder des Einkaufsbummels muss im Voraus geplant sein. Bald soll der Service für dringende Geschäfte auch per Handy funktionieren. Ein Freund von Christoph arbeitet gerade an einem entsprechenden Client. Dann dürfte auch die Zahl der Besucher, derzeit sind es täglich etwa 50, in die Höhe schnellen. „Aber Lootogo ist sowieso nur ein Hobbyprojekt“, sagt Christoph. Die fünf Euro Monatsgebühr für den Platz im Web gönnt er sich, die Internetseite ist frei von Werbebannern. „Ich weiß nicht, ob man mit diesem Service Geld verdienen könnte. Vielleicht langfristig, wenn eine Firma wie Google nachzieht und das Ganze im großen Stil anbietet.“



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