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Skandal um Wissenschaftler

„Antisemitismus pur“

Erstellt 01.07.08, 15:19h

Der Sportwissenschaftler Arnd Krüger behauptet, die 1972 beim Olympia-Attenat getöteten israelischen Athleten seien freiwillig gestorben - und zwar um die Schuld Deutschlands gegenüber dem Staat Israel zu verlängern. Der Zentralrat der Juden ist entsetzt über die Äußerung.

Zentralrat der Juden Vize
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Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann (Bild: ddp)
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Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann (Bild: ddp)
KÖLN - Die Äußerungen des Göttinger Sportwissenschaftlers Arnd Krüger, wonach die 1972 beim Olympia-Attentat getöteten israelischen Athleten freiwillig gestorben seien, sind „Antisemitismus pur“, sagte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dr. Dieter Graumann. Der Wissenschaftler hatte erklärt, dieser spektakuläre Opfergang habe die Schuld Deutschlands gegenüber dem Staat Israel verlängern sollen.

Zusätzlich habe der Professor auf der Jahrestagung der Sektion Sportgeschichte in Göttingen Zusammenhänge mit einem unterschiedlichen Körperverständnis konstruiert, das in Israel herrsche konstruiert, heißt es in der "Süddeutschen Zeitung". Im Vortrag hieß es demnach, die Abtreibungsrate in Israel sei bis zu zehnmal höher als in anderen westlichen Industrienationen. Die jüdische Kultur versuche Leben mit Behinderungen massiv zu verhindern.

„Selbst wenn die Äußerungen Krügers durch die Meinungsfreiheit gedeckt sein sollten, so sind das Schweigen und die bisherigen Beschwichtigungsversuche der Leitung der Universität Göttingen und der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) mindestens ebenso skandalös wie Krügers Aussagen selbst“, kritisierte Graumann.

Die im Vortrag konstruierten Zusammenhänge, wonach zwischen dem angeblichen Opfergang sowie dem unterschiedlichen Körperverständnis, das in Israel herrsche, eine Verbindung bestehe, überschritten die Meinungsfreiheit und grenzten an Volksverhetzung. "Hier sind Konsequenzen längst überfällig.“, sagte Graumann.

(ksta)



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