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Schutzliste

Unesco kürt 27 neue Welterbestätten

Erstellt 09.07.08, 15:24h, aktualisiert 10.07.08, 11:45h

Bei der Welterbe-Tagung im kanadischen Québec hat die Unesco 27 Stätten neu als Welterbe anerkannt. Insgesamt hatten sich mehr als 40 Projekte um die Neuaufnahme auf die Liste beworben. Ein Überblick über die Neuzugänge.

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Auch die rhätische Bahn ist ein Weltkulturerbe (Bild: dpa)
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Auch die rhätische Bahn ist ein Weltkulturerbe (Bild: dpa)
NEW YORK/QUEBEC - Die UNESCO hat bei ihrer Welterbe-Tagung im kanadischen Québec insgesamt 27 Kultur- und Naturstätten neu als Welterbe anerkannt. Damit gibt es offiziellen Angaben zufolge jetzt 878 Stätten auf der Schutzliste, 33 davon in Deutschland.

Zum Abschluss der Neuaufnahmen verlieh die UN-Kulturorganisation am Dienstag (Ortszeit) noch zwei Denkmälern der Bahai-Religion in Israel das begehrte Gütesiegel, im südpazifischen Inselstaat Vanuatu kam das Kulturprojekt Roi Mata auf die Liste.

Von den 27 neu aufgenommenen Stätten zählen 19 zum Kulturerbe, 8 zum Naturerbe, teilten die Veranstalter in Québec mit. Insgesamt hatten sich mehr als 40 Projekte um Anerkennung beworben. Gut ein Dutzend wurde aus unterschiedlichen Gründen nicht berücksichtigt, sagte ein Sprecher. Einige Länder hätten selbst ihre Anträge zurückgezogen, bei anderen würden weitere Informationen benötigt. Die Tagung geht an diesem Donnerstag zu Ende. Zum Abschluss stehen vor allem Formalia auf dem Programm.

Deutschland hatte mit den Berliner Wohnsiedlungen der Moderne bereits am Montag eine neue Welterbe-Stätte gewonnen. Die Bauten, zwischen 1913 und 1934 entstanden, hätten einen beträchtlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung von Architektur und Städtebau gehabt, befand das UN-Komitee. Die sechs Ensembles von Architekten wie Bruno Taut, Hans Scharoun, Walter Gropius und anderen repräsentierten einen neuen Typ des sozialen Wohnungsbaus. Mit ihrem auf Licht und Sonne achtenden Konzept hoben sich die Wohnungen stark von den zeitgenössischen Mietskasernen ab.

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Den beiden italienischen Städten Mantua und Sabbioneta in der Po-Ebene bescheinigte die UNESCO, sie seien wegweisend für die Renaissance-Kultur gewesen. Den Zwergstaat San Marino in Italien nannten die Welterbe-Hüter ein «Zeugnis für die Kontinuität einer freien Republik seit dem Mittelalter». Die Geschichte des nur gut 60 Quadratkilometer großen Landes nahe der italienischen Adriaküste bei Rimini geht bis ins Jahr 301 zurück, der Staat ist bis heute politisch selbstständig.

Als ein transnationales Projekt zwischen Italien und der Schweiz zeichnete die UNESCO die Bahnlinie Albula/Bernina der Rhätischen Bahn aus. Die insgesamt 120 Kilometer lange Strecke vom schweizerischen Thusis über St. Moritz nach Tirano in Italien sei ein Beispiel, wie die Eisenbahn im frühen 20. Jahrhundert die Isolation von Siedlungen in den Zentralalpen überwunden habe, hieß es. Die Bahnlinie gilt mit ihren zahlreichen Tunneln, kunstvollen Brücken und Galerien als einzigartig. Ein Gütesiegel als Naturwelterbe erhielt die Schweizer Alpenregion zwischen den Kantonen St. Gallen, Glarus und Graubünden, bei Fachleuten «Tektonikarena Sardona» genannt.

In Frankreich bekamen die Festungen des berühmten Generals und Architekten Vauban (1633-1707) einen Welterbe-Titel. Zudem wurden die Lagunen der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien vor der Nordostküste Australiens im Pazifischen Ozean unter Schutz gestellt. Weitere Welterbe-Titel gab es etwa für die kroatische Kulturlandschaft um das Städtchen Stari Grad, mehrere Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten und Naturschönheiten in Kanada, China, Mexiko und Kenia.

Ein Hindu-Tempel in Kambodscha wurde erst nach kontroverser Diskussion unter Schutz gestellt. Der Preah Vihear Tempel liegt auf einer Klippe im Grenzgebiet zwischen Kambodscha und Thailand und war jahrzehntelang zwischen beiden Ländern umstritten.

Die 19 neuen Kulturstätten:

Die acht neuen Naturerbe-Stätten:

1.ChinaTulou-Lehmrundbauten in der Provinz Fujian
2.DeutschlandSechs Siedlungen der Berliner Moderne
3.FrankreichFestungsanlagen des Militärbaumeisters Vauban
4.IranArmenische Klosteranlagen St. Thaddäus und St. Stephanos sowie die Kapelle von Dzordzor
5.IsraelHeilige Stätten der Bahai-Religion in Haifa und West-Galiläa
6.ItalienRenaissancestädte Mantua und Sabbioneta
7.Italien/SchweizRhätische Bahn in der Kulturlandschaft Albula/Bernina
8.KambodschaHindu-Tempel Preah Vihear an Grenze zu Thailand
9.KeniaKayas der Mijikenda, elf Waldgebiete entlang der Küste
10.KroatienKulturlandschaft um das Städtchen Stari Grad
11.KubaHistorisches Zentrum von Camagüey, einer der ersten spanischen Siedlungen auf der Insel
12.MalaysiaHistorische Städte Melaka (Malakka) und Georgetown an der Meerenge von Malakka
13.MauritiusKulturlandschaft Le Morne, Zufluchtsort für geflüchtete Sklaven
14.MexikoFestung San Miguel de Allende
15.Papua-NeuguineaHistorische Agrarlandschaft von Kuk
16.San MarinoHistorisches Zentrum des Zwergstaats
17.Saudi-ArabienArchäologische Stätte Al-Hidschr, früher das nabatäische Hegra
18.SlowakeiAcht Holzkirchen in den Karpaten
19.VanuatuKulturlandschaft «Chief Roi Mata's Domain»
1.ChinaNationalpark Mount Sanqingshan in der Provinz Jiangxi
2.FrankreichTropische Lagunen Neukaledoniens
3.IslandVulkaninsel Surtsey vor der Südküste
4.JemenSokotra-Archipel im indischen Ozean nahe dem Golf von Aden
5.KanadaFossilienstätte Joggins in der Provinz Neuschottland
6.Kasachstan«Kasachische Schwelle» (Saryarka) in Nordkasachstan
7.MexikoBiosphärenreservat Mariposa Monarca
8.Schweiz«Tektonikarena Sardona», Region zwischen den Kantonen St. Gallen, Glarus und Graubünden
(dpa)

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