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Fashion Week in Berlin

Die neue Modehauptstadt

Von Silke Offergeld, 16.07.08, 10:01h

Die Berliner „Fashion Week“ gewinnt an Bedeutung - neben jungen Kreativen hat die Modewoche inzwischen auch bekannte Designer im Programm. Berlin ist auf dem Weg in den Kreis der internationalen Mode-Hauptstädte.

Design Mode Berlin Fashion
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Die neue Zweitlinie des Designer-Duos Unrath & Strano, Celebrity, feiert in Berlin Premiere. (BILD: HERSTELLER)
Design Mode Berlin Fashion
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Die neue Zweitlinie des Designer-Duos Unrath & Strano, Celebrity, feiert in Berlin Premiere. (BILD: HERSTELLER)
Murkudis Design Mode
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„M by Kostas Murkudis“ von Designer Murkudis für Karstadt. (BILD: HERSTELLER)
Murkudis Design Mode
Berlin pflegt eigentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Image der Untergrund-Metropole, in deren Hinterhöfen die Avantgarde der jungen Kreativen ganz ohne kommerzielle Zwänge an neuer Kunst, Musik und Mode feilt. Die Berliner Modewoche jedoch, die morgen zum dritten Mal beginnt, soll den Glanz der Haute Couture in die Hauptstadt holen. Deshalb haben sich die Organisatoren wieder bemüht, auch große Labels anzulocken.

Auf dem Weg in den Kreis der internationalen Mode-Hauptstädte ist Berlin dabei schon ein Stück voran gekommen. Vivienne Westwood präsentiert hier ihre Zweitlinie „Anglomania“, von den großen deutschen Labels zeigen „Hugo“, „Joop Jeans“ und „Strenesse Blue“ ihre Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2009. Den größeren Teil des Programms aber machen die Schauen junger, aufstrebender Designer aus. Die Modemacher, die ihre Kollektionen bei den Schauen der „Mercedes Benz Fashion Week Berlin“ auf dem Bebelplatz zeigen, genießen trotzdem durchaus internationale Bekanntheit. So sind die extravaganten Kreationen des Designer-Duos Klaus Unrath und Ivan Strano außer bei deutschen Moderatorinnen auch im Nahen Osten sehr gefragt. Clara Leskovar und Doreen Schulz, die Designerinnen von „c. neeon“, stellen ihre Kollektionen regelmäßig auch auf der Londoner Fashion Week vor. Und auch Michael Michalsky ist nicht neu im Geschäft – bevor der Designer drei eigene Linien für Jeans, Streetwear und klassischelegante Mode gründete, war er Kreativ-Direktor bei Adidas.

Wachsende Bedeutung

Bei Michalsky bekennt man sich klar zu Berlin: „Wir glauben, dass Berlin als Modestadt an Bedeutung gewinnen wird. Allein wegen der Lage: Berlin liegt zentral in Europa, von hier aus kann man alles erobern, auch Osteuropa“, sagt Sprecherin Nora Rochlitzer. Viele Designer zeigen in Berlin allerdings nach wie vor nur ihre Zweitlinien, Kostas Murkudis etwa präsentiert hier seine Entwürfe für „M by Kostas Murkudis“, eine Linie, die über die Karstadt-Warenhäuser vertrieben wird und Designer-Mode erschwinglich machen soll. Mit Haute Couture hat das eher wenig zu tun.

Auch für die Modeindustrie ist die Berliner Modewoche noch eher unbedeutend: „Berlin hat viel kreatives Potenzial, eine lebendige Kunst- und Modeszene, aber keine kommerzielle Dimension. Das Geschäft wird in Düsseldorf gemacht“, sagt Thomas Rasch, Geschäftsführer des Modeindustrieverbandes „German Fashion“.

„Die Berliner Modewoche wird ja gerne niedergeredet, aber ich denke, man sollte ihr eine Chance geben. Die New York Fashion Week war schließlich auch nicht sofort ein Erfolg. Und die dritte Ausgabe der Berliner Modewoche ist schon deutlich besser aufgestellt“, hält Nora Rochlitzer von Michalsky dagegen. Den Vergleich mit New York, heute unbestreitbar Mode- Metropole, bemühte auch der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zum Abschluss der vergangenen Modewoche in der Hauptstadt. Auch das modische Zentralorgan „Vogue“ hat sich mittlerweile entschlossen, der „Berlin Fashion Week“ eine Chance zu geben. Der Grund: Die Konzentration auf jungen, innovativen Nachwuchs – und die kreative Szene in Berlin.



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