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Notschlafstelle

Auszeit vom Leben auf der Straße

Von Matthias Pesch, 01.08.08, 18:38h

Ein Trägerwechsel sichert die Zukunft der Notschlafstelle für Drogenabhängige. Die Spiritaner-Stiftung übernimmt das Notel in der Victoriastraße und will die Einrichtung im Geist des Ordens weiterführen.

Bärbel Ackerschott u. Pater Br
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Die Zukunft des „Notel“ ist gesichert: Leiterin Bärbel Ackerschott und Spiritaner-Provinzial Pater Bruno Trächtler. (Bild: Rakoczy)
Bärbel Ackerschott u. Pater Br
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Die Zukunft des „Notel“ ist gesichert: Leiterin Bärbel Ackerschott und Spiritaner-Provinzial Pater Bruno Trächtler. (Bild: Rakoczy)
Innenstadt - Dialog in der Notschlafstelle für Drogenabhängige: „Was ist ein Pontifikalamt? - Ein Pontifikalamt ist eine Messe mit Bischof. - Ich habe gestern Abend vor dem Dom geschnorrt und hatte in 'ner halben Stunde 50 Euro. Ich hab direkt nachgesehen, wann wieder Pontifikalamt ist.“ Bärbel Ackerschott, Leiterin des „Notel“, sorgte mit der Episode für Gelächter unter den Gästen der Feierstunde in der Victoriastraße 12. Dabei bot der Anlass der Feier schon Grund genug zur Freude: Die Trägerschaft des Notel geht von der Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist des Spiritaner-Ordens auf die Spiritaner-Stiftung über. „Damit ist für uns die Tür Richtung Zukunft aufgetan“, so Ackerschott. Denn die Überalterung des Ordens und der Nachwuchsmangel hatten ein Weiterbestehen der im Februar 1990 von Pater Gregor Lutz eröffneten Einrichtung fraglich gemacht. Mit der Übertragung an die im vorigen Jahr gegründete Stiftung werde die Notschlafstelle auf „eine rechtlich und wirtschaftlich stabile Basis“ gestellt, so Michael Stemmler vom Stiftungsvorstand.

Die Arbeit im Notel entspreche genau dem Auftrag des Ordens, betonte Provinzial Bruno Trächtler: „Wir wollen zu den Ärmsten der Armen gehen, wo sonst keiner den Dienst an den Menschen tun will.“ Und zwar „absichtslos“, wie Trächtler betont: „Wir nehmen die Menschen, wie sie sind, geben ihnen in ihrer Situation ihre Würde.“

Zwölf Betten stehen im Notel zur Verfügung, mehr als 3000 Übernachtungen zählen die acht Mitarbeiter, die von zehn ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden, im Jahr. Ein Bett, eine Dusche, eine warme Mahlzeit, frische Wäsche: „Wir wollen eine Verelendung der Menschen verhindern und ihnen einen Raum der Ruhe geben“, sagt Sozialarbeiterin Ackerschott. Eine Auszeit vom Leben auf der Straße. Doch das Notel-Team leistet mehr als das: „Die Drogenabhängigen haben uns auf der Beziehungsebene in die Pflicht genommen“, sagt Ackerschott. Wenn sie das wollen, werden die Abhängigen auch im Gefängnis betreut, bei Entgiftung oder Therapie begleitet.

Die neue Trägerschaft eröffnet darüber hinaus weitere Perspektiven: Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll in der Victoriastraße eine Krankenwohnung für Drogenabhängige eröffnet werden.



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