Schriftgröße

Ausstellung

Haben Schweine eine Seele?

Von Anja Katzmarzik, 06.08.08, 19:49h

Die Ausstellung "Subkulinaria" befasst sich mit der Ernährung in der zeitgenössischen Kunst. Zwölf Künstler aus sieben Ländern stellen auf Einladung des Instituts Cultura21 e.V. in der Deutzer Brücke aus.

Insa Winkler
Bild vergrößern
Insa Winkler drehte ein Video über MAssentierhaltung. (Bild: Winkler)
Insa Winkler
Bild verkleinern
Insa Winkler drehte ein Video über MAssentierhaltung. (Bild: Winkler)
Innenstadt - Steigende Lebensmittelpreise, demonstrierende Milchbauern, Fernsehkochshow-Boom oder Genfood-Debatten: Essen ist in aller Munde. Essen ist eine biologische Notwendigkeit. Dass Essen aber auch viel über die jeweilige Kultur und den Umgang mit fremden Kulturen aussagt, soll die Ausstellung „Subkulinaria“ zeigen, die am Freitag in der Deutzer Brücke eröffnet wird, und mit der sich ein neues Kölner Institut erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der junge Verein Cultura21 e.V. will Wissenschaftler und Künstler zusammenbringen, die sich mit sozialen und ökologischen Themen befassen. Namentlich angelehnt an die Agenda 21 wollen die Mitglieder der internationalen Plattform und ihre Gäste „die kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit“ ins Gespräch bringen.

Rasen in der Brücke

„Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen Kunst und Zivilgesellschaft. Anders können wir die Herausforderungen von Hunger in der Welt einerseits und Überproduktion andererseits nicht meistern“, so Davide Dutto, Vorsitzender von Cultura21. Der Ausstellungsraum in der Brücke, deren Innerstes normalerweise nicht zugänglich ist, soll die verborgenen Dimensionen von „Essen als Subkultur“ symbolisieren.

In dem Hohlkörper gibt es allerlei Assoziationen zum Thema. Der Künstler Alex Mora verlegt 70 Quadratmeter Rollrasen; eine Klangplastik von Johannes S. Sistermanns beweist mit Reiskochgeräuschen, dass man Geschmack hören kann; Insa Winkler führt ihr Video „Haben Schweine eine Seele?“ vor, in dem sie sich mit Massentierhaltung auseinandersetzt; und der italienische Fotograf Davide Dutto zeigt Bilder aus einem Gefängnis, die die Kochkultur von Inhaftierten in deren Zellen dokumentieren.

Weniger Appetit machen dürfte die Malerei von Charles de Moura, der mit zerlaufenden Lackfarben und Säuren unter den Abflussrohren als „Verdauungssystem der Brücke“ das entfremdete Verhältnis des Menschen zu seiner Nahrung darstellen will. Unbequem sind auch die Erkenntnisse des Fotografen Claus Dieter Geissler über die „Costa del Plastico“. So nennt er einen Küstenstreifen in Almeria (Südspanien), der zur künstlichen Züchtung von billigem Gemüse „mittlerweile komplett mit Plastik überzogen ist“. Absichtlich unscharfe und damit anonyme Darstellungen von Landarbeitern ohne Pass, die für einen „Hungerlohn“ arbeiten, „damit wir billig einkaufen“, stehen dafür.

Die Ausstellung, die bis zum 17. August zu sehen ist, soll zu einem Treffpunkt werden für Sparten, „die normalerweise nicht zusammenarbeiten“. Gelegenheit dazu bieten neben der Kunst ein breites Rahmenprogramm sowie ein Infomarkt.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste