Erstellt 06.08.08, 10:38h, aktualisiert 06.08.08, 15:53h
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte Konsequenzen. "Schon wegen geringfügiger Vergehen haben Menschen in der Vergangenheit, die solche Vergleiche gezogen haben, glaube ich, dann ihren Hut genommen", sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Die Bundesregierung dagegen hält Vespers Klarstellung zu seiner Äußerung für ausreichend.
Der sportpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Winfried Hermann, hat den Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, aufgefordert, seine Äußerungen zur Internet-Zensur in China zurückzunehmen. „Michael Vesper hat in völlig unangemessener Weise den Versuch unternommen, diese Internetzensur zu relativieren“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag-Ausgabe). „Das ist ziemlich daneben und hätte ihm eigentlich nicht passieren dürfen.“ Hermann fuhr fort: „Er sollte das schleunigst zurücknehmen - und nicht nur sagen: Ich habe keinen Vergleich gezogen und die anderen sind die Blöden. Das war einfach unangemessen, was er da gemacht hat. Und es ist schon auffällig, dass alle Funktionäre versuchen, alles zu relativieren.“
Bosbach: Unverschämte Gleichsetzung
Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach sprach gegenüber den "Ruhr Nachrichten" von einer "Bagatellisierung". FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte im Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochsausgabe"): "Herrn Vespers unverschämte Gleichsetzung der chinesischen Zensur mit dem deutschen Einsatz gegen Neonazis ist durch nichts zu rechtfertigen." Die menschenrechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Erika Steinbach, kritisierte, Vesper sei "dem chinesischen System willfährig ergeben".
Zuvor hatte bereits der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert (SPD), Vesper, scharf kritisiert. „Ich finde es merkwürdig, dass der DOSB in Gestalt seines Generalsekretärs Erklärungen anbietet, anstatt Forderungen aufzumachen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Allein Vespers Vergleich verbietet sich schon. Wir sprechen hier doch nicht über Internetseiten mit strafrechtlich relevanten Inhalten. Wir sprechen über Amnesty International.“ Der Grünen-Politiker Volker Beck hatten den Vergleich wie Danckert kritisiert und ihn „aberwitzig“ genannt. Einige Sportfunktionäre übernähmen „die Argumentation der chinesischen Staatsführung. Das ist teils eins zu eins chinesische Staatspropaganda“, so Beck.
Vesper dagegen sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, er werde falsch interpretiert - und setzte zum Gegenangriff an. „Mir zu unterstellen, ich würde die Internetzensur in China rechtfertigen oder unter den Tisch kehren, ist absurd“, sagte er. Und weiter: „Herr Danckert und Herr Beck wollen mich offensichtlich falsch verstehen.“ Vesper bekräftigte erneut, er habe mit seiner Aussage nicht relativiert, was in China an Internetzensur passiere. „Und ich habe keineswegs die berechtigte Sperrung von Internetseiten in Deutschland mit der gegenwärtigen Zensur in China auf eine Stufe gestellt - nichts liegt mir ferner als das“, sagte er. (mdc, pet, afp, rtr)
Kommentar - Vesper: Absurder Vergleich
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ALLES NUR LÜGNER !
06.08.2008 | 12.59 Uhr | Wildes_Koeln
Ob es nun das IOC ist oder die nationalen Sportverbände, die in China anwesend sind. Alle profitieren finanziell extrem gut von den Spielchen. Die…
ALLES NUR LÜGNER !
06.08.2008 | 12.59 Uhr | Wildes_Koeln
Ob es nun das IOC ist oder die nationalen Sportverbände, die in China anwesend sind. Alle profitieren finanziell extrem gut von den Spielchen. Dire…
Muss wohl am Wetter liegen
06.08.2008 | 12.18 Uhr | Dröppelminna71
Oops, da hat sich wohl mal wieder jemand - ob gewollt oder nicht - öffentlichkeitswirksam um Kopf und Kragen geredet. Schuld an dem Wirbel sind…
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