Erstellt 09.08.08, 13:09h
Als Turn-Olympiasieger Li Ning das Feuer in der riesigen Fackel am Dach des "Vogelnestes" entzündete, hätten Menschen in 90 Prozent aller Haushalte im Reich der Mitte live die Übertragung des Senders CCTV verfolgt. Weltweit saßen mehr als eine Milliarde Zuschauer vor den Fernsehschirmen, als Hunderte zu Menschen gewordene Bausteine die Botschaft der Spiele aus dem Boden zauberten.
9,1 Millionen Deutsche sehen deutschen Einzug
Die ARD hatte zwar im Vergleich nur einen Bruchteil an Zuschauern, war aber auch mit dem Schnitt von 7,7 Millionen Menschen und dem Marktanteil von 52,3 Prozent hochzufrieden. Beim Einmarsch der deutschen Athleten, die von Fahnenträger Dirk Nowitzki angeführt wurden, sahen in der Spitze 9,1 Millionen Zuseher vor den Fernsehern.
"Es freut mich sehr, dass sich trotz der Zeitverschiebung so viele Zuschauerinnen und Zuschauer bei uns im Ersten ihr eigenes Bild von der beeindruckenden Eröffnungsfeier gemacht haben. Unser Olympiateam hatte einen exzellenten Start", sagte Lutz Marmor, Intendant des federführenden NDR.
USA: Reichweite vor Live-Erlebnis
Für große Verärgerung sorgte dagegen der US-Fernsehgigant NBC bei Olympia-Fans in den Vereinigten Staaten. Die Eröffnungsfeier wurde nur zeitversetzt als "Konserve" gesendet, um auf höhere Einschaltquoten zu kommen. Aufgrund der Zeitverschiebung begann die Zeremonie im Nationalstadion der chinesischen Hauptstadt in den frühen Morgenstunden des Freitag in den USA.
NBC hatte sich die Exklusiv-TV-Rechte für den amerikanischen Markt 588 Millionen Euro (894 Millionen Dollar) kosten lassen. "Es war eine wirtschaftliche Entscheidung. Es ging um den Schutz unserer Partner, auch in der Werbung. Wir wollten die größtmögliche Reichweite erzielen", sagte ein NBC-Sprecher der französischen Nachrichtenagentur afp. Selbst im US-Frühstücksfernsehen der NBC-Programme wurde nicht Bezug auf das Ereignis im Reich der Mitte genommen.
(sid)
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