Von Damia Zimmermann, 14.08.08, 14:30h
Mit dem Ladenlokal in der Ebertplatz-Zwischenebene scheint dieser Spagat gelungen. Es liegt zentral zwischen den lebendigen Vierteln Eigelstein und Agnesviertel, befindet sich aber - architektonisch - auch auf einem wenig vorteilhaften Platz mit offenen, aber auch verwinkelten Bereichen ohne Aufenthaltsqualität. In Absprache mit der Stadtverwaltung soll nicht das Ladenlokal, sondern vor allem der Raum davor bespielt werden: Zunächst nur das Schaufenster, in den folgenden Monaten dann auch drei weitere Ausstellungsflächen, die aus der überdachten, düsteren Passage heraus auf den offenen Ebertplatz „wachsen“, bis dort schließlich eine Art Pavillon entsteht.
Ausgedacht hat sich dieses Konzept die in Wien und Los Angeles lebende Künstlerin Dorit Margreiter. Sie präsentiert auch die erste Ausstellung, die wie für den Ebertplatz geschaffen zu sein scheint: Für die Videoarbeit „10104 Angelo View Drive“ hat sie sich filmisch dem spätmodernistischen Sheats / Goldstein-Haus des amerikanischen Architekten John Lautner genähert. In dem spektakulären Gebäude in Beverly Hills bewegen sich ständig irgendwelche Wände, Scheiben und Böden und öffnen den Blick für Neues, was im übertragenen Sinne auch mit dem Kölner Ebertplatz passieren wird: Bis Ende August werden Künstler noch das Schaufenster bespielen, danach werden Künstler wie Janice Kerbel, Vito Acconci, Lawrence Weiner, Joachim Koester und Melvin Moti in und auf den neuen Modulen davor präsentiert.
Das Projekt „European Kunsthalle c / o Ebertplatz“ ist zunächst auf ein Jahr angelegt.
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