Von Patrick Bücheler, 14.08.08, 22:25h, aktualisiert 15.08.08, 09:03h
Harald Siemen, beim Galopper-Dachverband als sogenannter Handicapper für die Leistungseinschätzung der Pferde zuständig und grundsätzlich eher zurückhaltend mit Superlativen, bringt es auf den Punkt: „Ein Zusammentreffen eines solchen Hochkaräters mit dem aktuellen Derbysieger hat es auf deutschem Boden noch nicht gegeben. Und ich bezweifle, dass überhaupt schon jemals ein aktuell drittbestes Pferd der Welt in einem deutschen Rennen gestartet ist.“ „Das Rennen steht seit kurzem in unseren Planungen“, wird die Umgebung des Hengstes zitiert.
Papal Bull also in Köln, geritten dazu noch vom amtierenden englischen Champion Ryan Moore und von Trainerlegende Sir Michael Stoute trainiert - eine bessere Zugnummer hätte sich der Veranstalter für einen seiner wichtigsten Jahresrenntage gar nicht wünschen können, und für die deutschen Grand- Prix-Galopper ist das eine erstklassige Möglichkeit der Standortbestimmung. Wie gut ist er, der amtierende Derbysieger Kamsin? Wie gut ist er, der hochtalentierte, aber immer auch extrem schwierige Oriental Tiger? „Das ist eine einmalige Chance für alle anderen, sich zu profilieren“, sagt Experte Siemen.
Peter Schiergen, in Köln vor Ort Trainer von Kamsin, ist sich der Schwere der Aufgabe für sein Pferd durchaus bewusst, erkennt indes auch die Vorteile: „Wir wissen nach dem Rennen, wo wir mit Kamsin stehen.“ Den wichtigsten Sieg seines Lebens, den Derbysieg, kann dem drei Jahre alten Hengst Kamsin ohnehin niemand mehr nehmen. Derbysieger des Turfs, das ist vergleichbar einem Olympiasieg. Mit der Besonderheit, dass ein Pferd nur einmal im Leben die Chance hat, den Derbysieg zu erreichen. Wer diese Chance im Alter von drei Jahren verpasst, hat nie mehr die zweite Chance.
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