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„Pro Köln“

Bezirksvertreter: Neonazi-Verdacht

Von Detlef Schmalenberg, 16.08.08, 08:55h, aktualisiert 16.08.08, 09:00h

Laut der Rechtsextremismus-Infostelle soll Heinz Kurt Täubner, "Pro Köln"-Fraktionsvize in Ehrenfeld, der Neonazi-Szene nahe stehen. Ein Foto zeigt einen Mitglieds-Pass der Kampftruppe "Schwarze Front" aus den 80ern. 2002 soll er zudem bei einer Demo neben einem NRW-Neonazi-Führer gestanden haben. Sein Anwalt, "Pro Köln"-Chef Markus Beisicht, streitet alles ab.

Heinz Kurt Täubner als Nazi?
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Hakenkreuze auf dem Tisch und dem Wohnzimmerschrank. Der Mann im Sessel soll Heinz Kurt Täubner sein. (Bild: Privat)
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Hakenkreuze auf dem Tisch und dem Wohnzimmerschrank. Der Mann im Sessel soll Heinz Kurt Täubner sein. (Bild: Privat)
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Diesen Mitgliedsausweis der Schwarzen Front, ausgestellt auf Heinz Kurt Täubner, bezeichnet sein Anwalt als Fälschung. (BILDER: PRIVAT)
Heinz Kurt Täubner als Nazi?
Ehrenfeld - Die Infostelle gegen Rechtsextremismus informierte in der Ehrenfelder Pfarrgemeinde St. Anna über mögliche Kontakte von Heinz Kurt Täubner zur Neonazi-Szene.

Das Foto zeigt einen Mann im Wohnzimmersessel. Vor ihm auf dem Tisch steht eine Schale, dekoriert mit einem Hakenkreuz. Hinter ihm, auf dem Wohnzimmerschrank, steht die Reichskriegsflagge, flankiert durch zwei rote Kerzen, geschmückt von schwarzen Hakenkreuzen auf weißem Grund.

Es geht ein Raunen durch den Pfarrsaal der Ehrenfelder Kirchengemeinde St. Anna, als Hans-Peter Killguss von der städtischen „Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus“ das Foto auf eine Leinwand projiziert. Etwa 100 Personen sind am Donnerstagabend zur „Informationsveranstaltung Rechtspopulismus“ gekommen.

Rassistische Tendenzen

„Das Bild wurde nach den mir vorliegenden Informationen am 20. April 1985 während einer Geburtstagsfeier für Adolf Hitler aufgenommen“, sagt Killguss. Und der Mann im Sessel sei Heinz Kurt Täubner, der seit 2004 für die rechtsextreme Organisation Pro Köln in der Ehrenfelder Bezirksvertretung sitzt.

Der Vortrag über rassistische und ausländerfeindliche Tendenzen der Pro-Bewegung, den Killguss gemeinsam mit Alexander Häusler von der „Arbeitsstelle Neonazismus“ der Fachhochschule Düsseldorf hält, findet auf Einladung der Kirchengemeinde statt. Eine Frau aus dem Pfarrgemeinderat hatte sich vor kurzem als Anhängerin der rechtsextremen Partei „Pro Köln“ geoutet. „Es ist richtig, dass sie sich diesem Thema stellen und es nicht verschweigen. Dass sie deutlich machen, wo sie stehen“, sagt Killguss.

Anschließend berichtet er auch von Neonazi-Kontakten der Pro-Verantwortlichen, von denen schon die politische Vorgängerorganisation „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ zahlreiche gehabt habe. Auf einem zweiten Foto ist Täubner zu sehen, wie er 2002 bei einer Pro-Köln-Demonstration im vertraut wirkenden Gespräch neben Christian Malcoci steht, „einem der wichtigsten Kader der Neonazi-Szene in NRW“. Dieser sei schon in so vielen extremistischen Organisationen gewesen, „dass ich sie nicht alle aufzählen kann“, sagt Killguss. „Nur eine sei erwähnt, das war das Komitee zur Vorbereitung des 100. Geburtstags Adolf Hitlers.“

Die Bilder, sollten sie authentisch sein, würden die selbst ernannte Bürgerbewegung „Pro Köln“ ins Mark treffen. Um mögliche Wähler nicht zu verschrecken, sind deren Verantwortliche peinlich darauf bedacht, den Anschein zu erwecken, man gehöre zur bürgerlichen Mitte. Kontakte zur neonazistischen Szene, heute oder in der Vergangenheit, werden stets bestritten.

„Köln ganz rechts“

Aber noch ein anderes Foto, das Killguss bei anderen Veranstaltungen bereits gezeigt hat und das jetzt in der kostenfrei erhältlichen Broschüre „Köln ganz rechts“ des „Jugendclub Courage“ veröffentlicht wird, belastet den Ehrenfelder Bezirksvertreter Täubner. Es zeigt einen angeblich von ihm am 20. März 1984 unterzeichneten Mitgliedsausweis der militanten neonazistischen Schwarzen Front, die in den 1980er Jahren auch Kontakte zur neonazistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ unterhalten haben soll.

Täubner jedoch bestreitet die Vorwürfe vehement. Er habe mit der Schwarzen Front „niemals etwas zu tun gehabt“, teilte sein Anwalt Markus Beisicht mit. Bei dem „angebliche Mitgliedsausweis“ müsse es sich „um eine Fälschung handeln“. Zu dem Foto befragt, das Täubner neben Malcoci zeigt, gab Beisicht an, „es mag sein, dass sich auch ein NS-Provokateur auf einer von Pro Köln öffentlich organisierten Demonstration im Jahre 2002 aufgehalten hat“. Es gebe „keine Kontakte von Herrn Täubner zu irgendwelchen Neonazi-Kadern“. Täubner habe am 20. April 1985 auch nicht an einer Hitler-Geburtstagsfeier teilgenommen, er hege keinerlei „Sympathien für das nationalsozialistische Unrechtsregime“. Das Foto, auf dem die NS-Devotionalien zu sehen seien, müsse manipuliert worden sein. „Möglicherweise handelt es sich auch um eine plumpe Fotomontage“, so Rechtsanwalt Beisicht.



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