Von Dirk Risse, 18.08.08, 15:57h
1030 Starter, ein Ziel. 1000 Meter durch den Fühlinger See zu laufen. Zu Fuß wohlgemerkt, denn Schwimmen ist bei den Aquarunnern verpönt. Also haben sie sich einen Schwimmgürtel umgeschnallt, sind beim Start ins Wasser geglitten und sind „gelaufen“. Aufrecht wie beim Joggen, aber ohne den Grund zu berühren. Dazu sind sie aus Ennepetal und Dortmund gekommen, aus Cuxhaven und einer reiste sogar aus Madrid an. „Der Spanier wollte sich das Spektakel im Kölner Norden einmal ansehen, um in Madrid einen ähnlichen Lauf zu veranstalten“, sagte Peter Freyer vom Schwimmverband NRW, der den Lauf mit dem 1. Kölner Schwimmverein ausrichtete.
Aquarunning vereint die positiven Eigenschaften von Joggen und Schwimmen. Der Gesundheitssport stärkt nicht nur Bindegewebe, Herz-Kreislauf-System und Muskeln, sondern schont obendrein noch Gelenke und Knochen. Wer dreimal in der Woche 20 Minuten trainiert, verliere 2000 Kalorien, erläuterte die Vorsitzende des 1. Kölner Schwimmvereins, Angelika Pörner. „Aquarunning ist daher ein idealer Sport für Senioren.“ Erfunden hat ihn vor 20 Jahren der US-amerikanische Vietnam-Veteran Glen McWaters, der wegen einer Kriegsverletzung keinen anderen Sport betreiben konnte. Leistungsdruck gibt es nicht - die Sportler kämpfen nicht um Punkte, Zeit oder Plätze.
Heute gibt es bundesweit etwa 300 000 Aquarunner. Ilse Cramer-Heinz ist 66 Jahre alt und eine von ihnen. „Man fühlt sich so leicht“, schwärmte die Frau aus Marl, als sie nach einer Stunde aus dem Wasser stieg. Ganz schön anstrengend fand dagegen Kevin (13) den Lauf. „Ich würde das nicht jede Woche machen, aber einmal im Jahr ist schon in Ordnung.“
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