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Teure Energie Teil 4

Sparen auf dem Holzweg

Von Andreas Helfer, 20.08.08, 18:07h

Heribert Höck ist erfinderisch, wenn es darum geht, Kosten zu senken. Der Landwirt aus Lohmar hat viele Möglichkeiten entdeckt, um zu sparen. Zudem tut er etwas für die Umwelt.

Energieserie Teil 4
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Die Haupteinkommensquelle des Landwirts ist die Milchwirtschaft. BILD: HELFER
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Die Haupteinkommensquelle des Landwirts ist die Milchwirtschaft. BILD: HELFER
Lohmar - „Diesel und Strom sind ein Problem“, sagt Heribert Höck. Doch Preisschocks, wie sie Autofahrer und Hausbesitzer am eigenen Leibe erfahren, haben bei dem Landwirt noch einmal eine ganz andere Dimension: Sein Trecker etwa braucht bei voller Belastung 20 Liter pro Stunde, und auch sonst drohen ihm die Kosten über den Kopf zu wachsen. Düngemittel etwa haben sich binnen eines Jahres um 100 Prozent verteuert. Mit 8000 bis 9000 Euro schlagen sie jetzt pro Jahr zu Buche. „Futter wird auch teurer, das ist nicht aufzufangen“, sagt der 52 Jahre alte Lohmarer, der keine Möglichkeit sieht, die steigenden Kosten weiterzugeben. „Da geht direkt das Einkommen runter.“ Kein Wunder,

TEURE ENERGIE (4)

Heute: Die Sorgen

der Landwirte

dass Höck, der 80 Milchkühe sein Eigen nennt, die Senkung der Milchpreise im Frühjahr in besonders böser Erinnerung hat. Was den Treibstoff angeht, so fordert Theo Brauweiler, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Bonn / Rhein-Sieg, den Steuersatz für Agrardiesel zu senken: Er sieht einen Wettbewerbsnachteil der deutschen Bauern gegenüber den Kollegen im Ausland.

Heribert Höck indes hat nicht nur Sorgen, sondern auch gute Ideen und eine Menge Platz auf seinem Betrieb in Scheiderhöhe - und beides nutzt er, um mit regenerativen Energien das wieder hereinzuholen, was er an andrer Stelle verliert. Höck hat insgesamt 80 000 Euro in einen Anbau mit einer Holzschnitzelheizanlage investiert, von der mittlerweile schon die ganze Gegend spricht.

Damit heizt der Landwirt das eigene Wohnhaus und noch dazu das seiner Eltern sowie zwei Einfamilienhäuser, die er vermietet. Für das Holz, das er nicht selbst schnitzelt, sondern von einem Betrieb in Lohmar häckseln lässt, hat er gleich mehrere Quellen: Vom Bauhof der Stadt kann er ebenso Brennstoff bekommen, wie von Gartenbaubetrieben oder auch aus dem eigenen Wald, in dem sich nach dem Wirbelsturm „Kyrill“ im Januar 2007 eine Menge Bruchholz fand. „Damals wusste ich gar nicht, was ich damit machen soll.“

Auf die Förderschnecke

Auf 150 Quadratmetern Fläche in einer Scheune lagert der Landwirt drei mächtige Berge der Schnitzel, die nach seiner Kalkulation für zwei Jahre reichen müssten. Für den Verbrauch schafft er den Brennstoff in einen garagengroßen Neubau mit einem ausgeklügelten Fördersystem. Am Boden dreht sich eine Metallfeder, die das Holz in ein Loch und auf eine Förderschnecke fegt. Diese wiederum beschickt einen unscheinbaren Brenner, der etwa so groß ist wie eine herkömmliche Gasanlage. 13 000 Liter Heizöl, die er vorher gebraucht hat, spart er pro Jahr ein, die Kosten für das Holz veranschlagt er mit 2000 bis 3000 Euro. „Das rechnet sich auf jeden Fall.“

Seit drei Jahren bereits nutzt Heribert Höck zudem das ausladende Dach seines Viehstalls. Eine Photovoltaik-Anlage mit 250 Quadratmetern Modulfläche speist Strom ins Netz. In sie hat er 130 000 Euro investiert. Dadurch verdient er nun rund 1000 Euro im Monat. „Die neuen Techniken haben mich interessiert“, erklärt der Landwirt. Zudem sei er froh, so einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten.



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