Von Andreas Helfer, 20.08.08, 18:07h
TEURE ENERGIE (4)
Heute: Die Sorgen
der Landwirte
dass Höck, der 80 Milchkühe sein Eigen nennt, die Senkung der Milchpreise im Frühjahr in besonders böser Erinnerung hat. Was den Treibstoff angeht, so fordert Theo Brauweiler, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Bonn / Rhein-Sieg, den Steuersatz für Agrardiesel zu senken: Er sieht einen Wettbewerbsnachteil der deutschen Bauern gegenüber den Kollegen im Ausland.
Heribert Höck indes hat nicht nur Sorgen, sondern auch gute Ideen und eine Menge Platz auf seinem Betrieb in Scheiderhöhe - und beides nutzt er, um mit regenerativen Energien das wieder hereinzuholen, was er an andrer Stelle verliert. Höck hat insgesamt 80 000 Euro in einen Anbau mit einer Holzschnitzelheizanlage investiert, von der mittlerweile schon die ganze Gegend spricht.
Damit heizt der Landwirt das eigene Wohnhaus und noch dazu das seiner Eltern sowie zwei Einfamilienhäuser, die er vermietet. Für das Holz, das er nicht selbst schnitzelt, sondern von einem Betrieb in Lohmar häckseln lässt, hat er gleich mehrere Quellen: Vom Bauhof der Stadt kann er ebenso Brennstoff bekommen, wie von Gartenbaubetrieben oder auch aus dem eigenen Wald, in dem sich nach dem Wirbelsturm „Kyrill“ im Januar 2007 eine Menge Bruchholz fand. „Damals wusste ich gar nicht, was ich damit machen soll.“
Auf die Förderschnecke
Auf 150 Quadratmetern Fläche in einer Scheune lagert der Landwirt drei mächtige Berge der Schnitzel, die nach seiner Kalkulation für zwei Jahre reichen müssten. Für den Verbrauch schafft er den Brennstoff in einen garagengroßen Neubau mit einem ausgeklügelten Fördersystem. Am Boden dreht sich eine Metallfeder, die das Holz in ein Loch und auf eine Förderschnecke fegt. Diese wiederum beschickt einen unscheinbaren Brenner, der etwa so groß ist wie eine herkömmliche Gasanlage. 13 000 Liter Heizöl, die er vorher gebraucht hat, spart er pro Jahr ein, die Kosten für das Holz veranschlagt er mit 2000 bis 3000 Euro. „Das rechnet sich auf jeden Fall.“
Seit drei Jahren bereits nutzt Heribert Höck zudem das ausladende Dach seines Viehstalls. Eine Photovoltaik-Anlage mit 250 Quadratmetern Modulfläche speist Strom ins Netz. In sie hat er 130 000 Euro investiert. Dadurch verdient er nun rund 1000 Euro im Monat. „Die neuen Techniken haben mich interessiert“, erklärt der Landwirt. Zudem sei er froh, so einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten.
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