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Blaues Kreuz

Qualitätssiegel erhalten

Von Clemens Schminke, 21.08.08, 21:17h, aktualisiert 21.08.08, 21:17h

Das Blaue Kreuz ist für seine Arbeit mit Alkohol- und Medikamentenabhängigen ausgezeichnet worden. Sucht ist der häufigste Hintergrund sozialer Probleme, dennoch hat Köln noch immer nicht genügend Beratungsstellen.

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Medikamenten- und Alkohlsucht verursacht zahlreiche Probleme. (Bild: ddp)
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Medikamenten- und Alkohlsucht verursacht zahlreiche Probleme. (Bild: ddp)
Ehrenfeld - Rund 40 000 Kölner sind so abhängig von Alkohol, dass sie eine Behandlung brauchen, und weitere 50 000 trinken derart viel, dass es die Gesundheit gefährdet. Dazu kommen etwa 14 000 Medikamentenabhängige. Das ergibt sich, wenn man die Zahlen, welche die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen für die ganze Bundesrepublik ermittelt hat, auf die Bevölkerung Kölns herunterrechnet. Es sind Daten, die Gesundheitsdezernentin Marlis Bredehorst präsentierte, als sie am Donnerstag zu Gast bei der Fachstelle für Suchtberatung und ambulante Behandlung des Blauen Kreuzes in Ehrenfeld war.

Zu wenig Beratungsstellen

„Wir haben viel zu wenig Beratungsstellen“, sagte sie mit Blick darauf, dass „Alkoholsucht der häufigste Hintergrund von sozialen Problemen ist“. Anlass ihres Besuchs in der Einrichtung in Ehrenfeld, die Bezirksbürgermeister Josef Wirges als „integralen Bestandteil des sozialen Netzwerks in unserem Veedel“ bezeichnete, war die Verleihung des Qualitätssiegels des evangelischen Fachverbandes für Suchtkrankenhilfe. Unter den fünf Kölner Beratungs- und Behandlungsstellen, die sich um Menschen mit einer Abhängigkeit von „legalen Drogen“ kümmern, ist es die Erste, die dieses Zertifikat nach einem fünfjährigen Prozess des Qualitätsmanagements erhalten hat. Dazu gehörte etwa, die Arbeitsabläufe zu standardisieren, die Qualität durch Fortbildungen zu steigern und ein Leitbild zu „entwickeln“.

Über das Siegel freute sich Harald Seeger, Leiter der mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften arbeitenden Fachstelle, als ein „Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Die anderen vier Kölner Stellen, davon jeweils zwei in Trägerschaft des Diakonischen Werks und des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM), stecken noch in dem Prozess. Vor 29 Jahren wurde die psychosoziale Beratungsstelle des Blauen Kreuzes, das sich dem Leitbild zufolge als „Teil der Gemeinde Jesu Christi mit einem besonderen diakonischen Auftrag“ versteht, eröffnet. 1984 zog sie in die Ehrenfelder Piusstraße. Im August 1992 begann die Arbeit mit ambulanten Rehabilitationen. Diese setzen sich zusammen aus Einzelgesprächen, Gruppensitzungen und Bewegungstherapie. In den vergangenen Jahren haben nach Angaben des Blauen Kreuzes rund 500 Suchtkranke diese Behandlung in Anspruch genommen; die meisten davon seien danach abstinent geblieben.



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