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Fritz Schramma

„Bleibe mit der FDP im Gespräch”

Erstellt 25.08.08, 13:51h, aktualisiert 25.08.08, 14:00h

Fritz Schramma will Oberbürgermeister bleiben. Er kündigte am Montag an, im kommenden Juni wieder für die CDU ins Rennen zu gehen. Im Interview spricht er über die Entscheidung, seine Pläne für Köln, die Rolle seiner Frau und schwere Sudokus.

Schramma Oberbürgermeister
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Schramma tritt wieder an. (Bild: Christoph Hennes)
Schramma Oberbürgermeister
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Schramma tritt wieder an. (Bild: Christoph Hennes)
Köln - Warum haben Sie es so spannend gemacht mit ihrer zweiten Kandidatur?

Fritz Schramma: Ich habe meine Entscheidung von einer Reihe von Gesprächen abhängig gemacht; mit der Parteispitze, der Fraktionsspitze, mit meiner Familie und mit Freunden. Ich habe aber auch meinen letzten Urlaub dazu genutzt, privat zu überlegen. Soll ich woanders noch mal einen neuen Job beginnen, sollen wir möglicherweise sogar wegziehen aus Köln?

Sie werden in dieser Woche 61 Jahre alt. Das Leben ist endlich, haben Sie sich nicht gefragt, warum Sie diesen zehrenden Job noch weitere sechs Jahre machen sollen?

Schramma: Das zu überlegen, war ein Grund dafür, warum ich nicht spontan ja gesagt habe. Ich hatte ja nicht geplant, Oberbürgermeister zu werden, ich war ehrenamtlicher Politiker und im Hauptberuf Studienrat. Aber ich bin sehr gerne dabei, trotz aller Querschüsse, die man in diesem Amt erlebt. Ich möchte noch viel für Köln bewegen und mache meine Arbeit für die Kölner und Kölnerinnen sehr gern.

Es heißt, Ihre Frau habe bei Ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt.

Schramma: Meine Frau sieht genauso wie ich meine Funktion als einen Dienst an der Stadt und ihren Menschen. Sie selber setzt sich ja ehrenamtlich ein, am liebsten im Stillen, aber mit viel Herzblut.

Allzu viel Zeit können Sie nicht zusammen verbringen.

Schramma: Mein Zeitmanagement ist heute wesentlich besser als in den ersten Jahren. Da hatte ich schon mal den Gedanken, ob ich das wirklich durchhalten kann, in diesem Tempo, mit dieser Belastung. Ich habe damals maximal sieben Tage Urlaub im Jahr gemacht. Heute gönne ich mir drei Blöcke von je zwei Wochen. Mit der Routine gewinnen Sie auch an Souveränität.

Wie entspannen Sie sich?

Schramma: Ich gehe spazieren. Manchmal setze ich mich aufs Fahrrad und fahre durch die Felder zum Friedhof. Oder ich höre klassische Musik. Bei Kreuzworträtseln und Sudokus kann ich ebenfalls gut entspannen.

Wagen Sie sich etwa auch die schweren Sudokus heran?

Schramma: Die schweren mache ich nur, wenn ich richtig gut drauf bin. Aber manchmal komme ich einfach nicht weiter, obwohl ich mir alle Varianten aufgeschrieben habe.

Kennen Sie Motivationslöcher?

Schramma: Wenn mich jemand durch irgendwelche Tiefschläge demotivieren will, erreicht er damit eher das Gegenteil. Aber als mein Sohn Stephan am Anfang meiner Amtszeit durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, da habe ich mir durchaus die Sinnfrage gestellt.

In der Ratssitzung am Donnerstag wird die CDU bei der Entscheidung über die Moschee gegen Sie stimmen. Sie müssen doch froh sein, dass Ihre Partei keine Mehrheit hat.

Schramma: Vielleicht würden meine Parteikollegen mit anderen Partnern auch eine andere Position vertreten. Ich bin ohnehin davon überzeugt: Irgendwann wird die Moschee eingekölscht.

Die CDU-Spitze hätte gerne mehr Qualität in ihrer Ratsfraktion. Werden Sie Einfluss nehmen, wenn es um die Kandidaturen geht?

Schramma: Das habe ich denen schon angekündigt. Das ist eine der Bedingungen, die ich an meine Kandidatur knüpfe.

Es ist nicht zu erwarten, dass eine einzelne Fraktion die absolute Mehrheit erreichen wird. Was ist Ihr Wunschbündnis?

Schramma: Eine Übereinstimmung mit der Landesregierung wäre mir natürlich am liebsten. Anders als früher werde ich mich diesmal in die Koalitionsgespräche einklinken.

Es wird diesmal nur einen Wahlgang geben. Was bedeutet der Wegfall der Stichwahl?

Schramma: Das ist eigentlich egal. Jetzt haben wir durch die Bündnisse im Vorfeld eine vorgezogene Stichwahl.

Da muss es Sie umso mehr schmerzen, dass die FDP mit einem eigenen Kandidaten gegen Sie antreten will. Werden Sie versuchen, den Fraktionsvorsitzenden Ralph Sterck zum Verzicht zu bewegen

Schramma: Ich bleibe mit der FDP im Gespräch. Und zwar nicht nur auf lokaler, sondern auf überörtlicher Ebene.

Herr Roters hat gesagt, Köln täte eine etwas stärkere Führung gut. Kränkt Sie das?

Schramma: Ich könnte ihn fragen, welche Art Führung er meint. Die er als Polizeipräsident gezeigt hat? Die er als Regierungspräsident gezeigt hat? Da müsste man die Leute fragen, die unter ihm gearbeitet haben. Ich denke, Köln wird gut geführt. Ich habe vieles gelernt und muss mich da überhaupt nicht verstecken.

Was sind die wichtigsten Themen für Sie?

Schramma: Ich habe drei Schwerpunkte. Erstens: die familienfreundliche Stadt. Zweitens: Wirtschaft und Arbeitsplätze. Dazu zählt für mich die Stärkung unserer Region, nicht zuletzt als Gegengewicht zum Ruhrgebiet. Es muss möglich sein, die Arbeitslosenquote auf Dauer unter zehn Prozent zu halten. Mein dritter Schwerpunkt: Köln soll eine Wohlfühlstadt sein. Darunter fasse ich die Bereiche Sicherheit und Sauberkeit, natürlich auch die Kultur.

Mit welchem Slogan wollen Sie werben?

Schramma: Wenn ich mein eigener Wahlkampfleiter wäre, würde ich mit meinem Vornamen arbeiten.

Inwiefern?

Schramma: Mach wigger, Fritz - das würde mir als Slogan gefallen.

Können Sie etwas aus dem amerikanischen Vorwahlkampf abschauen?

Schramma: Ich denke natürlich über die Inszenierung des Nominierungsparteitages nach. Aber ich werde mich nicht mit meiner Frau auf die Bühne stellen.

Haben Sie schon die Musik ausgesucht für ihren Einzug auf dem Nominierungsparteitag.

Schramma: The Final Countdown.

Wird der CDU-Schriftzug auf ihren Plakaten zu sehen sein?

Schramma: Auf den Plakaten muss nicht unbedingt CDU stehen. Das muss ich noch mit der Partei klären. Wenn ich nur von CDU-Leuten gewählt werde, dann kann ich nicht gewinnen.

Das Gespräch führten Peter Berger, Andreas Damm und Matthias Pesch.



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