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Fotografie

Intime Blicke in die Seele

Von Claudia Hauser, 26.08.08, 21:39h

Im studio dumont sind Bilder inhaftierter Frauen zu sehen, die der Fotograf Igor Chepikov in Ossendorf fotografiert hat, sowie Kreisbilder, die Kunsttherapeut Klaus Heilmann mit inhaftierten Frauen erarbeitete. Am heutigen Mittwoch gibt es einen Vortrag über Stalking.

Igor Chepikov
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Igor Chepikov bei der Eröffnung der Ausstellung "Bad Ossendorf" mit Fotos von Frauen im Gefängnis. Viele Gäste kamen zur Vernissage ins studio dumont. (Bild: Hennes)
Igor Chepikov
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Igor Chepikov bei der Eröffnung der Ausstellung "Bad Ossendorf" mit Fotos von Frauen im Gefängnis. Viele Gäste kamen zur Vernissage ins studio dumont. (Bild: Hennes)

KÖLN - Tiefe Falten, Augenränder, traurige Blicke - das Leben hinter Gittern hat Spuren hinterlassen in den Gesichtern der Frauen, die der Fotograf Igor Chepikov für sein Projekt „Bad Ossendorf“ in der Justizvollzugsanstalt Ossendorf fotografiert hat. Die 30 Schwarz-Weiß-Porträts machen sichtbar, was die Seelen der Frauen durchstehen: Verzweiflung, Resignation, Wut, Hoffnung und Sehnsucht. „Sie waren sehr berührt von ihren Abbildern“, sagt Chepikov. In der Ausstellung „Intimacy - Ein Blick in die Seele in Haft lebender Frauen“ im studio dumont sind neben den Frauenporträts Kreisbilder zu sehen, die der Kunsttherapeut Klaus Heilmann mit inhaftierten Frauen erarbeitet hat. „In allen Bildern spiegeln sich die Schicksale der Frauen“, sagt „wir helfen“-Geschäftsführer Karl-Heinz Goßmann. Gewinnt der Betrachter in den Fotos einen Eindruck vom Äußeren der Frauen, so intensiviert sich dieser Eindruck bei den gemalten Bildern. Fast möchte man sich abwenden, so privat scheinen die Zeichnungen. „Als ich die Zeichnungen das erste Mal auf dem Schreibtisch hatte, bekam ich Gänsehaut“, sagt Isabella Neven DuMont, die Leiterin des Studios. „Aber so intim die Einblicke auch sind - es ist wichtig, dass all diese Geschichten nach außen dringen.“ Jedes Bild, jeder Kreis beschreibt ein anderes Leben. „Die ganze Welt gegen mich“ steht in intensiven Farben auf einem. Ein anderes zeigt ein Loch in einer grauen Mauer - dahinter das Meer. Der Traum von der Freiheit bleibt ein Traum. Über das Malen können die Frauen vieles ausdrücken. Heilmann sagt: „Sie sind stolz darauf. Und ich bin sehr froh darüber, dass so etwas endlich einmal aus der JVA herauskommt.“

„Intimacy“, studio dumont, Breite Straße 72, bis 2. Sept.; Mo. bis Sa. 11-18 Uhr, So. 12-18 Uhr.



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