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Gesamtschulen

Sommer verteidigt ihre Kritik

Von Heinz Tutt, 28.08.08, 22:36h

NRW-Schulministerin Barbara Sommer hat in einem lebhaften Auftritt vor dem Landtag ihre umstrittenen Äußerungen zur Gesamtschule verteidigt. In einer Aktuellen Stunde kritisierte die Opposition von SPD und Grünen vor allem „unqualifizierte Angriffe“ auf die Gesamtschulen.

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Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (Bild: dpa)
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Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (Bild: dpa)
In einer Aktuellen Stunde kritisierte die Opposition von SPD und Grünen vor allem „unqualifizierte Angriffe“ auf die Gesamtschulen. Die DCDU-Politikerin Barbara Sommer hatte auf ein Leistungsgefälle zwischen Gymnasien und Gesamtschulen hingewiesen hatte, das mit Fördermaßnahmen ausgeglichen werden müsse.

So kämpferisch wie gestern trat Sommer noch nie auf. Ein wenig aufgesetzt wirkte ihr gestenreicher, offenbar gut einstudierter Vortrag. Die Auswertung des Zentralabiturs habe Leistungsunterschiede zwischen Abiturienten an Gymnasien und denen an Gesamtschulen ergeben. Belege hierfür seien die schlechtere Durchschnittsnote, eine höhere Durchfallquote und eine deutliche Abweichung der Abiturnote von den Vornoten. Die Nennung dieser „Tatsachen“ habe nichts mit Schlechtmachen der Gesamtschulen zu tun. Es gehe darum, Hilfe anzubieten. Jahrelang hätten SPD-Vorgängerregierungen die Gesamtschulen aus ideologischen Gründen schöngeredet. „Sie haben die Ergebnisse versteckt. Wir haben sie gefunden“, griff sie ihre Amtsvorgängerin Ute Schäfer (SPD) direkt an. „Ich will, dass unterschiedliche Startchancen ausgeglichen werden“, betonte sie.

Schäfer konterte, es gebe angesichts des Zentralabiturs keine Rechtfertigung dafür, bei Gesamtschulen von einem „Abitur light“ zu sprechen. Die Aufgaben seien für alle gleich gewesen. Und immerhin hätten 9000 Gesamtschüler ihr Abitur abgelegt - sieben Prozent der Studienberechtigten. Sommers Angriff auf die Gesamtschulen sei ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver von den eigenen Schwächen der Ministerin beim „Pannen-Abitur 20008“. Es sei verantwortungslos, dass sie dabei 220 000 Schüler und 18 000 Gesamtschullehrer diffamiere.

Geringer Abitur-Notenunterschied

Schulexpertin Sigrid Beer (Grüne) warf der Ministerin vor, sie trage fahrlässig zum Eindruck bei, die Gesamtschule sei weniger wert. Der Abitur-Notenunterschied zwischen Gymnasiasten und Gesamtschülern betrage gerade einmal 4,7 Prozent. „Ein Abitur ist genauso viel wert, wenn es statt mit 2,59 mit einem Schnitt von 2,87 abgelegt worden ist. Es ist deshalb kein „Abitur light“, betonte sie. Zudem dürfe es niemandem egal sein, mit welcher Bildungsbiografie Schüler diese Leistung erzielt hätten.

Deutlich formulierte FDP-Bildungspolitiker Ralf Witzel, worum es ihm in der Diskussion geht. Er will die Gesamtschuloberstufen abschaffen. Gymnasiasten und Gesamtschüler träten erst dann in den Vergleich, nachdem die schwächsten 40 Prozent die Gesamtschule verlassen hätten. Zudem erhielten die Gesamtschüler durchweg bessere Vornoten im Abi, die 80 Prozent der Gesamtnote ausmachten. Dadurch erreichten Gesamtschüler leichter einen Studienplatz, kritisierte er.

Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann zweifelte zum Abschluss der Debatte, ob Sommer sich die wichtige Aufgabe zumuten solle. Die Antwort der Ministerin kam wie aus dem Zettelkasten: „Rücktrittsforderungen adeln mich.“



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