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Digitales Fernsehen

Neue Geräte müssen her

Von Thomas Wüpper, 28.08.08, 21:17h

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen das analoge Fernsehen abschalten. Die Umstellung auf digitale Übertragung läuft schleppender als erwartet - denn die Anschaffung digitaler Geräte ist teuer.

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Der Kölner Colonius bekommt einen neuen Antennenmast. (Bild: Rakoczy)
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Der Kölner Colonius bekommt einen neuen Antennenmast. (Bild: Rakoczy)
Von Ende 2012 an wollen ARD und ZDF ihre TV-Programme komplett digital übertragen. Bisher läuft die Umstellung schleppender als erhofft, weil viele Verbraucher noch analoge Signale empfangen.

Industrie, private und öffentlich-rechtliche Sender sowie die Politik sollten am runden Tisch die Abschaltung des Analogempfangs vereinbaren, sagten der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und ZDF-Intendant Markus Schächter in Berlin. Deutschland drohe andernfalls, bei der Digitalisierung in Europa ins Hintertreffen zu geraten, warnte Schächter.

Die Hausantenne ersetzt

Nach aktuellem Stand können erst rund 47 Prozent der deutschen Haushalte digitale TV-Signale empfangen. Besonders beim Kabelempfang kommt die Umstellung kaum voran. Erst jeder fünfte verkabelte Haushalt empfängt seine Signale digital. Beim Satellitenempfang hat noch jeder dritte Haushalt eine analoge Empfangsanlage. Nur bei der terrestrischen Übertragung spielt der analoge Sendeweg bei TV-Signalen praktisch kaum noch eine Rolle. Satellit oder das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T haben fast komplett die alte Hausantenne ersetzt. Ende 2008 soll die analoge terrestrische Übertragung komplett abgeschaltet werden.

Für die TV-Sender ist die parallele Übertragung mehrerer Sendesignale sehr teuer. Anfang 2010 kommt ein weiterer Übertragungsweg hinzu. Dann wollen ARD und ZDF zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver den Regelbetrieb des hochauflösenden Fernsehens HDTV starten. Für den Empfang sind allerdings erst 550 000 Haushalte mit den nötigen HD-Boxen ausgerüstet.

Die Europäische Union will erreichen, dass bis 2012 die Rundfunkübertragung auf digitale Signale umgestellt ist. Experten halten das für sehr fraglich. „Besonders beim Kabelempfang behindert der Streit um die Verschlüsselung der Signale die zügige Umstellung“, sagt Jan Czemper von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Beim Radio sei an eine Umstellung auf Digitalempfang bis 2012 überhaupt nicht zu denken.

Die ARD will nächstes Jahr beim Digitalradio zwar laut Raff einen neuen Anlauf wagen. Doch bisher verliefen alle Versuche, das bewährte UKW-Radio durch digitale Nachfolger wie DAB zu ersetzen, wenig erfolgreich. Für Verbraucher bedeutet die Umstellung auf digitalen Empfang immer Mehrkosten, in der Regel aber auch zusätzlichen Nutzen. Besonders in Ballungsräumen hat sich DVB-T daher schnell durchgesetzt, da meist bis zu 30 TV-Programme empfangen werden können. Dafür ist lediglich die Anschaffung einer Empfangsbox ab 30 Euro und einer kleinen Zimmerantenne nötig.

Die Umstellung auf digitalen Satelliten- oder Kabelempfang ist meist deutlich aufwendiger und teurer. Bei der Abschaltung der analogen Signale wären die Nutzer aber gezwungen, sich digitale Anlagen zu kaufen, damit der Bildschirm nicht schwarz bleibt.



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