Von Stephan Knieps, 29.08.08, 21:19h, aktualisiert 01.09.08, 20:22h
Besonders deutlich kommt das Geschlechtergefälle bei den Lehramtsprüfungen zutage. Hier stehen 21 900 weiblichen Absolventen mickrige 7000 männliche gegenüber. Tendenz steigend.
Wo soll das nur hinführen? Unsere Kinder, gerade dem Kindergarten entwachsen, wo männliche Erzieher so häufig sind wie echte Brüste bei Misswahlen, kommen in eine Grundschule mit lauter Lehrerinnen. Und auch die weiterführenden Schulen werden bald zur Gänze in Frauenhand sein. Das hat Folgen: Der Biokurs-Ausflug geht nicht mehr ins Dinosauriermuseum, sondern auf den örtlichen Ponyhof. Der Diktattext handelt nicht mehr vom Fuß-, sondern vom Abschlussball. Statt „West Side Story“ wird „Sex and the City“ gezeigt und anstelle des „Werther“ werden die „Feuchtgebiete“ gelesen. Alles der Emanzipation wegen.
Nichts gegen dieses schöne Wort! Und nichts gegen den damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel. Doch beschleicht mich langsam, aber sicher das Gefühl, dass das Pendel nun in die andere Richtung umzuschlagen droht.
Immer mit der RuheAm Ende des weiblichen Bildungsstätten-Enterns stünde konsequent die Eroberung der Universitäten. Aber halt, immer mit der Ruhe: Zwar gibt es mehr Absolventinnen als Absolventen, das bedeutet aber noch lange keinen Trend hin zu mehr Professorinnen oder weiblichen Führungskräften. Wir Jungs mögen fauler sein und vielleicht weniger Lust auf universitäre Geistesanstrengungen haben. Womöglich müssen wir uns sogar manchmal den Vorwurf des Durchmogelns gefallen lassen. Aber: Die Führungspositionen in der Wirtschaft und den gesellschaftlichen Institutionen sind nach wie vor Männerbastionen. Die Mehrzahl der strebsamen Mädchen bleibt erfahrungsgemäß irgendwo zwischen der mit Bravour bestandenen Abschlussprüfung und der Chefetage auf der Strecke.
Ich kann mich also entspannt und ruhigen Gewissens zurücklehnen. Sollen all die fleißigen Studentinnen ruhig ihre Referate akribisch vorbereiten und schnörkellos vortragen. Sollen sie Wochen vor Prüfungsterminen den Stoff pauken und dann weiß Gott wie perfekte Klausuren schreiben. Ich weiß genau: Später werden sie doch nur meine Assistentinnen. Oder eben: Lehrerinnen.
Der Autor (22)gehört zum „Junge Zeiten“-Team der Redaktion Rhein-Sieg. Die Mitarbeiter gestalten in ihrer Freizeit die Jugendseite des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die jeden Donnerstag erscheint.
eins ist schon mal klar...
03.09.2008 | 20.55 Uhr | chalkidiki
...der Artikel lässt zukünftige Chefeigenschaften vermissen.
Mag sein, dass man heute als Mann immer noch einige bessere, intelligentere, aber…
quoten-nachwuchs
03.09.2008 | 14.12 Uhr | dersmut
junge autoren zu wort kommen zu lassen ist ja ne nette idee.
aber bekommt jemand, nur weil er jung und autor ist eine der besten "sendeplätze" in…
...
03.09.2008 | 13.43 Uhr | evethebeef
Ich möchte es mal gelinde ausdrücken: ich bin empört! Ist die Mannheit denn wirklich so arrogant? Ist denn wirklich möglich, dass jemand so denkt?…
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