Schriftgröße

Studie

Männer sind „Genies“, Frauen „neugierig“

Von Kirsten Boldt, 03.09.08, 20:43h

Die Stiftung Frauenmediaturm lädt ab Freitag zum Symposium über Frauenbilder in der Wissenschaft ein. Die geladenen Wissenschaftlerinnen und Politiker sprechen auch über die Frauenförderung in den Naturwissenschaften.

Felicitas Pauss
Bild vergrößern
Teilchenphysikerin Prof. Felicitas Pauss. (Bild: Flitner)
Felicitas Pauss
Bild verkleinern
Teilchenphysikerin Prof. Felicitas Pauss. (Bild: Flitner)
Tanja Clees
Bild verkleinern
Mathematikerin Tanja Clees. (Bild: Flitner)
Tanja Clees
Innenstadt - Männer, die forschen, sind „auf der Jagd“, sind „Abenteurer“, „Genies“ und „Schöpfer“. Wenn Frauen forschen, sind sie „neugierig“, „akribisch“ und haben sich ihre Erkenntnisse „hart erarbeitet“. Mit Sprachbildern wie diesen vermitteln populärwissenschaftliche Magazine ihrer Leserschaft eine Rollenvorstellung von Frauen in der Wissenschaft, die noch dem 19. Jahrhunderts verhaftet ist. Für ihre Habilitation beschäftigt sich die Siegener Medienwissenschaftlerin Tanja Maier derzeit mit dem Bild von Naturwissenschaftlerinnen in Medien. Sie durchsuchte fünf Jahrgänge von drei Magazinen nach Porträts, entdeckte dabei 150 über Männer und 31 über Frauen. „Die Begriffe, die die Autoren zur Beschreibung der Personen und ihrer Tätigkeiten benutzen, unterscheiden sich auffallend“, meint Maier. „Im Vergleich mit den Männern werden Frauen abgewertet.“ Diese und weitere Erkenntnisse will die Forscherin am Wochenende in den Diskurs im Bayenturm einbringen.

„Genies auf der Jagd“

Dorthin lädt die Stiftung Frauenmediaturm ein zur Reflektion „Über die Lage der Naturwissenschaftlerinnen in Deutschland heute - und die Funktion von Bildern in der Geschlechterpolitik“. Alice Schwarzer, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, begrüßt dazu unter anderem auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Hans Heinrich Grosse-Brockdorf, Kulturstaatssekretär NRW.

Drei Tage lang sprechen Wissenschaftlerinnen in Vorträgen über die Frauenförderung in den Naturwissenschaften. Denn nach wie vor sind laut Statistik der Bund-Länder-Kommission der Anteil an weiblichen Professoren im Vergleich zu anderen EU-Ländern gering. Obwohl die Mehrzahl der Hochschulabsolventen weiblich ist, betrug ihr Anteil an Professorenstellen 14,2 Prozent im Jahre 2005. Noch geringer ist ihr Anteil - 7,2 Prozent - in außerhochschulischen Forschungsstätten. Eine Situation, die sich nach dem Willen des Bundesforschungsministeriums ändern soll. Denn am Potenzial mangelt es nicht bei den Frauen. Dafür scheitert ihr Ein- und Aufstieg an verschiedenen gesellschaftlichen Hindernissen. Eines davon ist das abwertende Bild der Forscherin in Medien, wie es Tanja Maier gefunden hat.

Dass Wissenschaftlerinnen aber ebenso „Genies auf der Jagd“ sind, davon überzeugt ein Blick in die Fotoausstellung von Bettina Flitner, die zum Auftakt des Symposiums am Freitag, 5. September, eröffnet wird. Die Fotografin hat 25 deutsche Spitzenforscherinnen in ihren Arbeitsbereichen ungewohnt selbstbewusst in Szene gesetzt, darunter die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, die Physikerin Felicitas Pauss und die Biologin Gerda Horneck.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste