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Untreue

Bafin erneut betroffen

Von Benjamin Jeschor, 05.09.08, 23:47h, aktualisiert 05.09.08, 23:48h

Ein Mitarbeiter der Finanzaufsicht und sein Lebenspartner müssen sich vor Gericht verantworten. Der Angeklagte soll Überweisungen von der Bundeskasse auf sein privates Konto oder auf das seines Lebensgefährten veranlasst haben.

BONN - Die Staatsanwaltschaft Bonn hat einen 36 Jahre alten Angestellten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) angeklagt, weil er etwa 120 000 Euro in die eigene Tasche gesteckt haben soll. In 27 Fällen hat der für Bußgeldsachen zuständige Verwaltungsangestellte laut Anklage zwischen 2003 und 2007 Überweisungen von der Bundeskasse auf seine privaten Konten oder die seines 41 Jahre alten Lebensgefährten angeordnet. Dabei sollen Einzelbeträge zwischen 3000 Euro und 12 500 Euro transferiert worden sein. Ans Licht kam der Schwindel offenbar erst, als bei Überprüfungen auffiel, dass als Empfänger erfundene Namen eingetragen wurden, der tatsächliche Kontoinhaber aber ein Mitarbeiter der Behörde ist. Erst vor gut einem Jahr war ein ehemaliger Regierungsdirektor der Bafin wegen Untreue und Bestechlichkeit vom Bonner Landgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Munter weitergemacht

Der in Köln lebende Angeklagte soll sogar noch ein Jahr munter weitergemacht haben, nachdem der untreue Regierungsdirektor aufgeflogen war. Doch nicht nur der 36-Jährige hat anscheinend Geld seines Arbeitgebers veruntreut: Auch der 41 Jahre alte Partner hat laut Staatsanwaltschaft von 2004 bis 2005 als Betriebsbüroleiter bei einer Hotelkette 150 000 Euro für private Zwecke abgezweigt. Ihm wird Untreue in 19 Fällen und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen - er wird neben dem 36-Jährigen auf der Anklagebank im Bonner Landgericht sitzen.

Während der Mitarbeiter der Bafin bei den polizeilichen Vernehmungen einige Taten eingeräumt haben soll, schweigt sein Partner bislang. Wofür die Männer das Geld ausgaben, konnte bisher anscheinend nicht geklärt werden.



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