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Karneval global

Bunte Parade gegen Rassismus

Von Anne Krug, 08.09.08, 13:52h

Auf dem Neptunplatz in Ehrenfeld wurde der Karneval global gefeiert. Rund 1000 Menschen nahmen am Umzug durch das Veedel teil.

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Die Gruppe Kwaggawerk. (Bild: Krug)
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Die Gruppe Kwaggawerk. (Bild: Krug)
Ehrenfeld - Von Samba bis hin zu Schweizer Guggen-Blasmusik: Beim „Tanz der Welten“ in Ehrenfeld gab es ganz unterschiedliche internationale Musik zu hören. Der Verein „Karneval Global“ hatte mit vielen anderen Einrichtungen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Auf dem Neptunplatz sorgten Gruppen wie Maracatu Colonia, Unidos de Colonia und Kwaggawerk mit Guggen-Sounds für Stimmung und für viele tanzende Besucher. Die kleinen und großen Mitglieder von Porto de Minas begeisterten die Zuschauer mit Capoeira-Einlagen - einem brasilianischen Kampfsport, der zur Zeit der Sklaverei entstand und den die Sklaven als Tanz tarnten. „Unser Kapital sind definitiv die Künstler, die kostenlos für unser Integrationsfest spielen“, sagt Mitveranstalter Tobias Birke von „Karneval Global“. Der Verein, der im vergangenen Jahr als Karneval der Kulturen e.V. gegründet wurde, will mit dem Fest einen interkulturellen Karneval im Sommer etablieren und Akzente gegen Fremdenfeindlichkeit setzen.

„Köln ist eine kulturell so vielfältige Stadt, das sehen wir als großen Vorteil“, sagt Birke. Und da Köln nun einmal die Hauptstadt des Karnevals ist, erschien das Konzept eines politischen Straßenkarnevals als ideale Form, die Ideen des Vereins umzusetzen. Im Anschluss an die Konzerte auf dem Neptunplatz formierten sich Veranstalter, Fußgruppen und Besucher zu einer großen bunten Parade.

„Offiziell als Demonstration gegen Rechts angemeldet“, so Tobias Birke, zogen die rund 1000 Menschen und einige Musikwagen durch das Veedel. Auch hier waren wieder verschiedene Musikgruppen und Vereine, wie die „Bunten Funken gegen braune Halunken“ beteiligt. „Viele Menschen, die am Wegesrand standen, haben gewunken oder sich spontan angeschlossen“, berichtete Birke. „Das zeigt uns, dass unsere Veranstaltung angenommen wird, es freut uns total.“ Bei der anschließenden Abschlusskundgebung auf dem alten Güterbahnhof gab es neben weiteren Live-Auftritten einen kleinen „Weltmarkt“ mit internationalen Essens- und Verkaufsständen.

Hier wurde friedlich weiter gefeiert, bis das Ordnungsamt die Veranstaltung um Mitternacht wegen Ruhestörung auflöste. Anwohner hatten sich beschwert. „Ich habe mich aber nicht ungerecht behandelt gefühlt, das ist bei Open-Air-Veranstaltungen ja fast normal“, versicherte Mitveranstalter Tobias Birkel. Es bleibe abzuwarten, ob die Sache ein Nachspiel hat. Für ihr Präventionsprojekt gegen Rassismus erhoffen sich die Veranstalter für das kommende Jahr eigentlich eine Unterstützung durch das städtische Kulturamt.

 www.karnevalderkulturenkoeln.de



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