Von Bert Gerhards, 10.09.08, 18:37h, aktualisiert 10.09.08, 18:53h
Der „1. Rheinische Mobilitätskongress“, zu dem sich unter den Signets der Regionale 2010 und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg am Mittwoch 200 Experten aus dem Bereich Verkehr und Mobilitätsmanagement in der Industrie- und Handelskammer zu Köln einfanden, erörterte einen Tag lang Ziele und Möglichkeit einer regionalen Optimierung von Individual- und öffentlichem Nahverkehr. Das Rheinland mit Köln als dem wichtigsten Verkehrsknotenpunkt im Westen Deutschlands, darin war man sich einig, könne angesichts immer weiter wachsender Verkehrsströme nur nur durch eine bessere Vernetzung, intelligente Lenkung und nachhaltige Planung dem drohenden Kollaps begegnen.
Wenn auch manches, was zum Beispiel Christian Ress vom Ford-Forschungszentrum in Aachen und Holger Löhner von der Technischen Universität Braunschweig vorstellten, noch in der Erforschung steckt, zeigen andere Bemühungen bereits erste Früchte. So wird am 22. Oktober das regionale Internet-Portal „mobil-im-rheinland.de“ online gehen, das alle bestehenden regionalen Verkehrsinformationen im Internet bündelt und verknüpft. Auf Initiative der Stadt Köln und des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg haben sich die an der Regionale 2010 beteiligten Kommunen und die Verkehrsträger der Region zusammengeschlossen, um über die aktuelle Verkehrslage auf den Straßen und Schienen künftig auch stadtbezogen ständig genaue Informationen anzubieten. Nicht mehr nur vor dem Stau auf dem Kölner Autobahnring wird fortan gewarnt, auch die Hauptverkehrsachsen in Leverkusen, Bonn oder Gummersbach werden künftig unter Beobachtung stehen, Baustellen oder Verspätungen im Bus- und Bahnverkehr sowie die Auslastung von Parkhäusern online erfahrbar sein.
Das soll kurzfristig vor Fahrten die Entscheidung zwischen Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern, mittelfristig zu besseren Planungsgrundlagen führen und langfristig zu einem besser abgestimmten regionalen Verkehrsnetz. Dass sich dazu die Akteure aus dem Rheinland zusammengefunden haben, ist für Regionale-Geschäftsführer Reimar Molitor schon ein erster Schritt, um bestehende Kommunikations- und Planungsdefizite in Zukunft gemeinsam aufzuarbeiten.
Viele Mängel werden sich so schnell aber nicht beheben lassen. So stellte der Gastgeber der Tagung, IHK-Hauptgeschäftsführer Herbert Ferger, fest, dass die Prognos-Studie von 2002 zwar das Fehlen eines umfassenden Verkehrskonzeptes für Köln bemängelt hatte, ein solcher Masterplan aber bis heute nicht zustande gekommen sei.
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