Von Johannes Puderbach, 11.09.08, 22:05h, aktualisiert 12.09.08, 17:33h
Seit die Verkaufspläne öffentlich bekannt geworden sind, rollt in der Eifel eine Protestwelle an. Bürgermeister der betroffenen Kommunen verfassen Protestnoten, der Gemeinderat der besonders betroffenen Kommune Blankenheim will eine Resolution verabschieden. „Der Wald bietet auch eine wichtige Schutzfunktion für unsere Umwelt und dient darüberhinaus der Erholung der Menschen“, so Bürgermeister Rolf Hartmann (CDU). Wald in privater Hand könne diesen hohen Ansprüchen nicht gerecht werden, dort ständen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. So verabschiede sich der Staat aus seiner Verantwortung für die Umwelt.
Besonders enttäuscht äußerten sich die großen Umweltverbände des Landes in Blankenheim. „Uns wurde vom Ministerium mehrfach zugesichert, dass keine großen Waldflächen zum Verkauf angeboten werden“, erklärte Paul Krötges, Landesvorsitzender des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), zuletzt noch im August. „Doch plötzlich platzte die Bombe, und die wertvollsten Flächen der Eifel sollen verscherbelt werden.“ Alle Naturschutzverbände seien sich einig, dass man sich gegen diesen „Wortbruch mit allen Mitteln wehren“ müsse. „Es ist Gefahr im Verzug, das Land nimmt den Naturschutz nicht ernst“, so Krötges. „Der Wald muss in öffentlicher Hand bleiben“, fordert er. Wenn die Landesregierung den Forst verkaufen wolle, solle sie ihn nicht privaten Investoren anbieten, sondern zum Beispiel der NRW-Stiftung übertragen. Der Naturschützer befürchtete sogar, asiatische Investoren, etwa aus dem rohstoffhungrigen China, könnten in der Eifel auf Einkaufstour gehen.
„Die Vorwürfe der Umweltschutzverbände sind völlig aus der Luft gegriffen“, erklärte auf Nachfrage Markus Fliege, Pressesprecher im NRW-Umweltministerium. Für die Nutzer der Wälder werde sich durch den Verkauf nichts ändern. Die Verpflichtungen des Naturschutzes gingen auf die neuen Eigentümer über und würden im Grundbuch abgesichert. Das Vorgehen sei mit dem Bundesamt für Naturschutz abgestimmt. Sein Schlusswort: „Es bleibt dabei: Alle angebotenen Flächen werden verkauft.“
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