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Kölner Haie

Treuegelübde für Mason

Von Christiane Mitatselis, 14.09.08, 20:21h, aktualisiert 15.09.08, 08:53h

Die Kölner Haie kassieren bereits die fünfte Niederlage im fünften Spiel dieser Saison, doch Coach Doug Mason soll bleiben. Nach dem bitteren 1:5 gegen Kassel appellierte KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin an den Charakter der Spieler.

Doug Mason
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Haie-Trainer Doug Mason im Kreise seiner Spieler. (Bild: Dahmen)
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Haie-Trainer Doug Mason im Kreise seiner Spieler. (Bild: Dahmen)
KÖLN - Die große Deutzer Mehrzweck-Halle, die sich neuerdings Lanxess-Arena nennt, ist ein Ort, an dem seit zehn Jahren Events aller Art gefeiert werden - ein neuartiges kam Sonntagmittag hinzu: kollektives Gruseln mit den Kölner Haien. Ein bedenklich mut- und antriebsloses Kölner Eishockey-Team kassierte vor 8183 Zuschauern eine 1:5 (0:3, 0:0, 1:2)-Niederlage gegen Aufsteiger Kassel Huskies. Damit ist der KEC-Mannschaft der DEL-Saison 2008 / 2009 eine historische Großtat gelungen: Sie egalisierte den Rekord aus dem Jahr 1973, damals starteten die Haie ebenfalls mit fünf Niederlagen in fünf Spielen und null Punkten in die Saison.

Während das Kölner Publikum das desolate KEC-Team mit Pfiffen und hämischen Kommentaren vom Eis schickte, reagierte das Haie-Management auf seine Art auf die Misere, nämlich mit einem Treuegelübde für Trainer Doug Mason. Geschäftsführer Thomas Eichin gab, ganz gegen seine Gewohnheit, eine Erklärung auf der Pressekonferenz ab. Der Tenor: Mason ist ein guter Trainer, die Mannschaft müsse Charakter zeigen und beweisen, dass sie mit Druck umgehen könne. „Wir werden sehen, wer den Arsch in der Hose hat, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.“ Er könne Ausreden wie den Weggang von Topstürmer Ivan Ciernik oder den Ausfall von Torhüter Robert Müller nicht mehr hören. „Das steht mir bis zu Kinnlade“, sagte Eichin.

Nationalspieler Andreas Renz lobte Mason ebenfalls als „überragenden Trainer“ - und er fügte hinzu: „Wäre ich ein Fan, würde ich auch pfeifen. Wir stehen unter Druck. Wir müssen kämpfen und brauchen dringend einen Sieg.“

Sieg früh verspielt

Im Spiel gegen Kassel verspielten die Haie den Sieg im Grunde schon im ersten Drittel. Nach einer erneut gruseligen Defensivleistung führten die Huskies schon nach 15 Minuten 3:0. Die Haie spielten schlecht - und besonders schwach waren die Routiniers: Verteidiger Mats Trygg bot ein Fehlpass-Festival, die Abwehrkollegen Stéphane Julien und Mirko Lüdemann begingen ebenfalls viele leichte Fehler. Garniert wurde das Ganze mit einer bequemen Laufleistung und wenig Einsatz. Im Mitteldrittel kamen die Haie immerhin bis in die gegnerische Zone, sie hatten ein paar Chancen - doch echte Entschlossenheit, das Spiel noch zu drehen, war nicht zu erkennen. So zog Kassel bis auf 5:0 davon. Das Kölner Publikum bejubelte nun Kassels Angreifer Sean Tallaire, der in der letzten Saison noch für Köln gespielt hatte - und gestern mit zwei Toren und einer Vorlage der erfolgreichste Angreifer war. Lüdemann gelang in der 52. Minute noch ein Treffer für Köln, der das Ehrgefühl der Kölner Haie aber nicht wiederherstellte. Gleich darauf verfiel der KEC wieder in einen Zustand der gruseligen Lethargie.

Kölner Haie - Doyle - Renz, Pratt - Lüdemann, Julien - Mo. Müller, Trygg - Ankert - Melischko, Ullmann, Ma. Müller - Warriner, McLlwain, Johnson - Adams, Piros, Rudslätt - Dmitriev, Flaake. - Zuschauer: 8183. - Schiedsrichter: Kadow. - Strafminuten: Köln + 10 Mo. Müller / Kassel - Tore: 0:1 Gaucher (4:22), 0:2 Wood (11:47), 0:3 Tallaire (14:50), 0:4 Tallaire (47:56), 0:5 (50:00) Boisvert, 1:5 Lüdemann (51:42).



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