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Denkmal

Freier Blick aufs Hügelgrab

Von Norbert Ramme, 15.09.08, 12:46h

Politiker wollen ein kulturhistorisches Denkmal aus der frühen Eisenzeit stärker betonen. Der Eingang ins Kölner Stadtgebiet im Bereich des Königsforstes soll rund um das alte Hügelgrab neu gestaltet werden.

Altes Hügelgrab
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Seit rund 18 Monaten ist das Kiosk neben dem alten Hügelgrab an der Kreuzung von Rösrather Straße und Rather Mauspfad geschlossen. Jetzt soll es weichen. (Bild: Ramme)
Altes Hügelgrab
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Seit rund 18 Monaten ist das Kiosk neben dem alten Hügelgrab an der Kreuzung von Rösrather Straße und Rather Mauspfad geschlossen. Jetzt soll es weichen. (Bild: Ramme)
Rath-Heumar - Das Kiosk an der Kreuzung von Rösrather Straße und Rather Mauspfad ist vielen Kölnern vertraut. Seit den fünfziger Jahren wurde dort von vielen kölschen Pänz auf dem Weg von der Endhaltestelle der Straßenbahn in den Königsforst „e paar Jrosche för Iis“ investiert. Doch das ist Geschichte. Seit rund 18 Monaten sind Fenster und Türen des in der Bevölkerung als „Schmitze Büdchen“ bekannten Kiosks verschlossen geblieben. Alle Bemühungen, einen neuen Betreiber zu finden, sind bislang ergebnislos geblieben.

„Und das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern“, sagte Jürgen Schuiszill, der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Kalker Bezirksvertretung. „Das geschlossene Kiosk und das ungepflegte Umfeld sind ein sehr unschöner Anblick. Dabei ist diese Ecke doch für Autofahrer, die aus Richtung Rösrath oder von der Autobahnabfahrt Königsforst kommen, das Entree in die Stadt.“

Einig waren sich die Bezirksvertreter, dass dieser Platz neu gestaltet und aufgewertet werden solle. Doch mit ihrer Forderung nach einer Wiederaufnahme des Kiosk-Betriebes sowie weiteren Anträgen zur Gestaltung konnte sich die SPD nicht durchsetzen. Da zwei ihrer Mitglieder fehlten, galten die SPD-Ideen bei einem Stimmen-Patt als abgelehnt. „Da wäre mehr drin gewesen“, zuckte SPD-Fraktionschef Oliver Krems die Schultern. Einstimmigkeit dagegen für den CDU-Antrag, dass die Verwaltung eine neue Gestaltung der Platzfläche planen solle. Dabei könne das leer stehende Kiosk durchaus abgerissen werden. „So hat man doch eine Chance, in Zukunft etwas Vernünftiges zu machen“, sagte CDU-Ratsfrau Ursula Gärtner, die das in der Grünfläche neben dem Kiosk liegende Hügelgrab stärker betonen möchte. „Das ist ein kulturhistorisches Denkmal, von dem die meisten Passanten überhaupt nichts mit bekommen.“

Am rechtsrheinischen Stadtrand sind in der Nachbarschaft von Königsforst und Wahner Heide mehrerer Hügelgräber gefunden worden, die überwiegend aus der Hallstattzeit stammen - also aus der frühen Eisenzeit zwischen 750 und 500 v. Chr. Es handelt sich hierbei um Erdaufschüttungen, unter denen sich Gräber befinden: Man praktizierte Körperbestattungen mit und ohne Baumsarg, in Sarkophage, Steinkisten, es gab Urnen und hölzerne Kammern. In Rath-Heumar zeugen besonders die großen Grabfelder hinter der Försterei an der Forsbacher Straße sowie im Kreuzungsbereich von Rösrather Straße und Mauspfad von der langen vorgeschichtlichen Besiedlung dieser Gegend mit kleinen Dörfern. Möglicherweise hat dieses Gräberfeld einmal bis zu 200 Hügelgräber enthalten. Bei Vermessungen im Jahr 1963 wurden jedoch nur noch 51 zum Teil stark beschädigte Hügel gefunden, die bis zu einem Meter hoch waren. Zahlreiche in und um diese Gräber geborgenen Funde sind im Römisch-Germanischen Museum zu begutachten.



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