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Gegen sexuelle Gewalt

Therapie für Täter

Von Inga Beißwänger, 15.09.08, 15:27h, aktualisiert 18.09.08, 16:42h

„Punktum”-Einrichtung will Rückfällen frühzeitig vorbeugen. Ein dreiköpfiges Team arbeitet in ambulanter Gruppentherapie mit jungen Menschen, die sexuelle Gewalt ausgeübt haben.

Punktum-Einrichtung
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Ernst-Peter Bolz (l.) und Klaus Anders (r.) eröffneten mit den Punktum-Mitarbeitern Michael Heckmann, Ludwig Lüdenbach, Ruth Habeland und Peter Karthaus die neue Einrichtung. (Bild: imb)
Punktum-Einrichtung
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Ernst-Peter Bolz (l.) und Klaus Anders (r.) eröffneten mit den Punktum-Mitarbeitern Michael Heckmann, Ludwig Lüdenbach, Ruth Habeland und Peter Karthaus die neue Einrichtung. (Bild: imb)
Mülheim - „Mit dieser Einrichtung konnten wir eine Versorgungslücke schließen“, freute sich der Geschäftsführer des Caritasverbands Rhein-Berg, Ernst-Peter Bolz bei der offiziellen Eröffnung der Außenstelle in Köln. „Punktum“ bietet Information und Beratung zum Thema sexueller Missbrauch. Außerdem werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sexuelle Gewalt ausgeübt haben, in der Einrichtung ambulant therapiert.

In Bergisch Gladbach besteht „Punktum“ bereits seit acht Jahren. „In dieser Zeit ist die Nachfrage stets gestiegen, und es kamen auch immer mehr Ratsuchende aus dem Umland, vor allem aus Köln“, erklärte Ernst-Peter Bolz. Deshalb habe die Caritas bereits Anfang des Jahres die Außenstelle in der Frankfurter Straße eingerichtet. Bei einem Tag der offenen Tür weihte Kreisdechant Klaus Anders die Räume jetzt offiziell ein und wünschte den Mitarbeitern für ihre wichtige und nicht immer leichte Arbeit Gottes Segen und Kraft. Anschließend konnten sich die Besucher über die vielfältigen Angebote der Einrichtung informieren, und die Mitarbeiter hatten Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.

In Mülheim arbeitet ein dreiköpfiges Team in ambulanter Gruppentherapie mit den jungen Menschen, die sexuelle Gewalt ausgeübt haben. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die Netzwerkarbeit mit öffentlichen Institutionen wie dem Jugendamt, der Polizei oder anderen Familienberatungsstellen. Auch das soziale Umfeld, zum Beispiel die Eltern der Täter, werden in die Beratung und Behandlung mit einbezogen. In der ein- bis anderthalbjährigen Therapie lernen die Täter unter anderem, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen. Auch werden die genauen Hintergründe und Umstände analysiert, die zu den sexuellen Übergriffen geführt haben. Damit lernen die Jugendlichen, wie sie in Zukunft anders handeln können, wenn sie wieder in eine ähnliche Situation geraten sollten. Rückfällen wird auf diese Weise so früh wie möglich, nämlich wenn die Täter noch jung sind, vorgebeugt.

Schon jetzt arbeitet die Außenstelle in Köln mit einer Warteliste. Deshalb soll das Angebot ausgeweitet und eine vierte Arbeitskraft eingestellt werden. Außerdem ist geplant, auch Mädchen und junge Frauen zu behandeln, die sexuelle Übergriffe begangen haben. „Denn auch sie verüben solche Taten“, erklärte Ruth Habeland, die zurzeit ein Behandlungskonzept für weibliche Delinquenten erarbeitet. „Sie müssen mit ihren Vergehen genauso ernst genommen werden wie die männlichen Jugendlichen, schon allein aus Gründen des Opferschutzes. Denn wenn die Übergriffe von Täterinnen bagatellisiert werden, wird auch das Leid der Missbrauchsopfer verharmlost“, erläuterte Habeland.



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