Von Aiman A. Mazyek, 16.09.08, 23:28h
Durch die Einladung bekannter Nazigrößen und Holocaust-Leugner soll auch international Aufmerksamkeit erregt werden. Das Bild Deutschlands im Ausland, das nicht zuletzt von positiver Berichterstattung über die vom Innenminister einberufene Islamkonferenz herrührt, wird so beschädigt.
Die extrem Rechten wollen auch heute gerne nationalistisch marschieren, müssen aber auf ihre Symbolik von gestern verzichten. Also verstecken sie ihren Rassismus und sogar Antisemitismus hinter islamfeindlichen Parolen. Dies ist ein billiger und feiger Trick. Dies ist die alte Brühe in neuen Gefäßen. Gerade die Muslime und ihre Verbände - zumal als Betroffene - hätten diesen Trick früher durchschauen und der Öffentlichkeit kommunizieren müssen.
Aber es ist noch nicht zu spät. Wer vor den 2009 stattfindenden Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen mit Islam-Bashing auf Stimmenfang gehen will, spaltet die Gesellschaft. Doch nicht nur Nazis hetzen gegen Flüchtlinge, Asylsuchende oder Muslime. Dumpfe Parolen und gar konkrete Politik gegen diese Menschen werden - gewollt oder ungewollt - auch von dem einen oder anderen Politiker, Intellektuellen oder Medienvertreter vorangetrieben. Pauschale Sprüche wie Ralph Giordanos „Der Islam ist das Problem“ nähren jenen vergifteten Boden, den der Absender eigentlich bekämpfen will. Wer ein verzerrtes Bild vom Islam zeichnet, muss oft als Kronzeuge für Rechtsextreme herhalten. Lernen wir aus diesen Fehlern, und lassen wir sie in Zukunft nicht mehr zu!
Es ist gut, wenn Herr Giordano sagt, er werde sich „vor jeden Muslim“ stellen, der von Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit betroffen sei. Denn: Um den Islam geht es bei dieser Auseinandersetzung schon lange nicht mehr. Es geht schlicht und ergreifend um den Erhalt unserer freiheitlichen Demokratie und das Recht auf Selbstbestimmung. Sollen diese Errungenschaften einer Projektionsfläche für „Islamangst“ geopfert werden? Gegen alle, die so etwas vorhaben - ob ursprünglich Atheist, Muslim, Jude oder Christ, - werden wir uns „querstellen“.
Noch fähig zur 2seitigen Sicht?
19.09.2008 | 10.17 Uhr | Wildes_Koeln
Ich kann Frau Schwarzer und Herrn Wallraff, in ihren heutigen Aufrufen, nur Recht geben.
Das Thema "Islamisierung" muss von zwei Seiten betrachtet…
@walhalla
18.09.2008 | 14.20 Uhr | Jan P
Guter Kommentar! Auch die Bemerkungen zum KStA.
guter Kommentar
18.09.2008 | 10.48 Uhr | Walhalla
Der Kommentar ist gut. Die organisierten Kommentarjunkies von Pro Köln und deren Anhänger sind noch besser. Ein unbeteiligter würde bei Sicht dieser…
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