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Waldprivatisierung

Waldverkauf noch nicht abgesegnet

Von Johannes Puderbach, 16.09.08, 18:49h

Das Bundesamt für Naturschutz widerspricht der entsprechenden Darstellung des Landesumweltministeriums. Der Staat habe eine Fürsorgepflicht für das Naturgroßprojekt Ahr 2000 bei Blankenheim.

Kreis Euskirchen/Bonn - Ob das Bundesamt für Naturschutz dem Plan des Landes NRW zustimmen wird, Naturschutzflächen im Kreis Euskirchen an private Investoren zu verkaufen, steht entgegen einer Erklärung des Landesumweltministeriums noch keineswegs fest.

„Das Naturgroßprojekt Ahr 2000 bei Blankenheim hat bundesweit eine große Bedeutung, deshalb hat der Bund mehrere Millionen Euro dort hineingesteckt“, erklärte gestern Dr. Volker Scherfose, Referatsleiter Gebietsschutz beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn, auf Nachfrage. Daher habe der Staat eine besondere Fürsorgepflicht für dieses Areal. „Wir erarbeiten zurzeit eine schriftliche Stellungnahme an das NRW-Umweltministerium zu den Verkaufsplänen“, sagte Scherfose.

Vergangene Woche hatte der Pressesprecher des NRW-Umweltministeriums, Markus Fliege, erklärt, das Bundesamt für Naturschutz habe den Verkaufsplänen des Landes bereits zugestimmt. Die Verpflichtungen des Naturschutzes würden im Grundbuch abgesichert und infolgedessen auf die neuen Eigentümer übergehen, so seine Aussage.

„Dies ist noch keineswegs in trockenen Tüchern“, erklärte Referatsleiter Scherfose. In diesem besagten Fall werde man aufgrund der „exquisiten Bedeutung der Naturschutzgebiete aktiv“ auftreten.

Erheblicher Widerstand

Insgesamt will das Land im Kreis Euskirchen über 2700 Hektar Wald an Privatinvestoren veräußern und dafür rund 25 bis 30 Millionen Euro erlösen. Von den großen Flächen stehen weite Teile unter Naturschutz. Widerstand gegen diese Pläne gibt es aus der Politik und den Naturschutzverbänden.

„Die Eifeler Kommunen treten in erheblichem Umfang für die Ökologie ein, da sind die Verkaufspläne des Landes kontraproduktiv“, meinte Manfred Ernst, der Hellenthaler Bürgermeister. Reinhold Müller, der Dahlemer Rathauschef, befürchtet aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, dass sich Privatinvestoren nach dem Kauf des Landeswaldes aus jagdlichen Interessen dort „einen Zoo züchten“ werden. Erhebliche Wildschäden auch in den umliegenden Wäldern wären die Folge.

Die Bürgermeister der sechs betroffenen Kommunen wollen nun an einem Strang ziehen, um die Verkäufe noch zu verhindern. „Wir werden eine gemeinsame Strategie für das Gespräch mit den beiden Landtagsabgeordneten Clemens Pick und Rolf Seel erarbeiten“, kündigte Ernst an. Anschließend wollen die Bürgermeister gemeinsam im Düsseldorfer Umweltministerium vorstellig werden. Während der gesamten Verhandlungen werde man im engen Kontakt mit den Naturschutzverbänden bleiben.



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