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„Anti-Islamkongress”

„Sehr schwieriger Großeinsatz”

Von Thorsten Moeck, 17.09.08, 21:25h, aktualisiert 18.09.08, 09:48h

Die Beamte werden zurückhaltend reagieren, sollte die „Busrundfahrt“ bei der für Freitag geplanten Tour durch Köln nicht vorwärts kommen. Insgesamt verursachen die Rechtsextremen am Wochenende Kosten von mehr als einer Million Euro.

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Die Kölner Polizei wird am Wochenende einiges zutun bekommen. (Archivbild: dpa)
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Die Kölner Polizei wird am Wochenende einiges zutun bekommen. (Archivbild: dpa)
Innenstadt - Kölns Leitender Polizeidirektor Michael Temme erwartet am Wochenende einen „sehr schwierigen Großeinsatz“. Etwa 3000 Polizisten aus NRW, benachbarten Bundesländern sowie der Bundespolizei werden ab Freitag in der Stadt stationiert sein, um für Sicherheit beim sogenannten „Anti-Islamisierungskongress“ der rechtsextremen „Pro-Bewegung“ zu sorgen. Die Kosten für den Einsatz werden die Millionen-Euro-Grenze überschreiten. Weitere 40 000 Euro müssen aus dem Jugendetat der Stadt aufgebracht werden, weil der Aufbau der Bühnen für den Weltkindertag wegen der Demonstration erst in der Nacht zum Sonntag erfolgen kann.

Von der Polizei ist Flexibilität gefordert, denn über den Verlauf vieler Veranstaltungen sollen die Rechtsextremen die Einsatzleitung im Unklaren gelassen haben. Ende vergangener Woche hatte „Pro Köln“ erklärt, auf Anweisung der Polizei die Orte einzelner Veranstaltungen nicht bekanntgeben zu dürfen. Dies ist falsch, so die Polizei. „Die Information des Veranstalters entspricht nicht den Tatsachen“, sagte Michael Temme. Es liege im Interesse der Polizei, über Ort und Ablauf der Veranstaltungen informiert zu sein.

Am Freitag planen die Rechten mit ihren Gesinnungsgenossen aus dem Ausland eine Busrundfahrt durch Köln. Die exakte Route sei der Polizei bislang nicht mitgeteilt worden. Man rechnet damit, dass der Bus in Mülheim durch die Keupstraße und nach Ehrenfeld zum Moschee-Gelände der Ditib fahren wird. Sollte der Bus blockiert werden, will die Polizei offenbar nicht unbedingt die Straße räumen. „Wir sehen das Ganze als touristischen Programmpunkt. Es gibt kein Recht auf eine Durchsetzung dieser Fahrt“, sagte Temme.

Ein juristisches Hickhack um die Kundgebung der Rechten auf dem Heumarkt soll es nicht geben. Es gibt laut Polizei keine Alternative zu diesem Veranstaltungsort. Das Großaufgebot soll dafür sorgen, dass die Rechten ungehindert zum Heumarkt gelangen und die Gegendemonstranten am Zugang zum Platz gehindert werden. Die Polizei wird alle Hände voll zu tun haben, um ein Zusammentreffen von Rechten und Gegendemonstranten zu unterbinden. „Wir greifen entschlossen durch und dulden keine Gewalt“, sagte Temme. Brautpaare, die am Samstag heiraten, sollen mit Polizeischutz zum Rathaus eskortiert werden. In der City kommt es zu Verkehrsbehinderungen.

„Wir hoffen auf friedliche Proteste“, betonte Witich Rossmann, Sprecher der Initiative „Wir stellen uns quer“. Zehntausende Menschen sollen unter anderem auf Initiative des DGB, der Kirchen, der Christlich-Jüdischen Gesellschaft sowie von SPD, Grünen und der Linken am Samstag eine Menschenkette um den Heumarkt ziehen. Bei der Auftaktveranstaltung gegen die rechtsextreme Kundgebung spielt am Samstag auf dem Roncalliplatz auch die legendäre Formation LSE mit Tommy Engel, Rolf Lammers und Arno Steffen. Die Band, die sich 1997 getrennt hat, wird für den Protest gegen rechts auftreten.

Bürgertelefon der Polizei: 0221 / 229 7777



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