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Roncalliplatz

Tunnel durch das Dom-Fundament

Von Matthias Pesch, 24.09.08, 20:35h

Der neue Eingangsbereich zur Besteigung des Südturms der kölschen Kathedrale nimmt langsam Gestalt an. Der Rohbau ist bereits fertig. Ende Februar soll das von Kaspar Kraemer gestaltete Areal auf dem Roncalliplatz endgültig beendet sein.

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Elf und sieben Meter lang sind die beiden Tunnel, die Arbeiter durch das gewaltige Südturm-Fundament getrieben haben. (Bild: Grönert)
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Elf und sieben Meter lang sind die beiden Tunnel, die Arbeiter durch das gewaltige Südturm-Fundament getrieben haben. (Bild: Grönert)
Innenstadt - Rund acht Monate lang waren die Arbeiter der Firma Finkeldey im Einsatz, haben Bohrkern für Bohrkern aus dem massiven Tuffstein- und Basalt-Fundament des Dom-Südturmes gezogen. Jetzt sind die beiden rund elf und sieben Meter langen Tunnel fertig, und sie machen nach den Worten von Dompropst Norbert Feldhoff „die Macht, aber auch die Differenziertheit“ der Fundamente aus der Mitte des 14. Jahrhunderts erlebbar.

Davon können sich in Zukunft auch die Besucher ein Bild machen, die vom Roncalliplatz aus durch die beiden Tunnel zunächst zum mehr als 120 Quadratmeter großen neuen Eingangsraum für die Turmbesteigung und dann weiter zu den Ausgrabungen unter dem Dom gelangen. „Tunnel und Wände werden nicht verputzt“, sagt Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. „Das Mauerwerk bleibt bis auf ein wenig Oberflächenkosmetik im Wesentlichen, wie es ist.“ Ein Stück begehbare Geschichte.

Von der Platzoberfläche aus ist von all dem noch nichts zu sehen. Was die Passanten hinter dem Bauzaun auf dem Roncalliplatz bislang erkennen, ist der Rohbau des neuen Eingangsbereichs, der nach den Plänen des Architekturbüros Kaspar Kraemer gestaltet wird. Der alte Kiosk ist abgerissen, an seiner Stelle entstehen ein neuer Kiosk, den die Kirche selbst betreiben will, sowie ein Turm mit einem Aufzug. Dazwischen führt eine offene Treppe auf einen nicht überdachten Hof. Von dort aus sind die öffentliche Toilettenanlage, die Tiefgarage und eben der neue Kassenraum zur Turmbesteigung erreichbar. Auch der letzte noch erhaltene römische Keller unter dem Roncalliplatz wird durch die Neugestaltung für die Besucher sichtbar gemacht. Die gesamte Anlage solle „offen und licht“ sein, so Schock-Werner, und „kein neues Pennerglück“ werden. Anlass für das aufwendige Bauprojekt war der Wunsch des Domkapitels, durch die Verlegung des Eingangs zur Turmbesteigung die Touristenströme umzuleiten und für mehr Ruhe im Dom zu sorgen.

Rund fünf Millionen Euro kostet das Vorhaben, darin sind die Kosten für Aufzugtechnik und Toilettenmodernisierung nicht enthalten, die von der Stadt getragen werden. Eine Million Euro schießt das Land dazu, rund 3,4 Millionen stammen vom Zentral-Dombau-Verein, der dafür seinen Jahresetat verdoppelte. „Das ist etwas Einmaliges, das bleibt“, begründete Präsident Michael H. G. Hoffmann den finanziellen Kraftakt. Die restlichen rund 600 000 Euro übernimmt das Domkapitel. Ende Februar 2009, davon geht Schock-Werner aus, wird der neue Eingangsbereich fertig sein: „Wir sind guter Dinge, dass wir das schaffen.“

„Wahrscheinlich weltweit einmalig“ ist laut Feldhoff dann die Tatsache, dass man für eine Turmbesteigung erst in die Tiefe muss. Das habe allerdings habe auch sein Gutes: Als deutscher Kirchturm mit den meisten Stufen ziehe der Dom dann am Ulmer Münster vorbei.



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