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Huwil

Betriebsrätin von Polizei abgeführt

Von Julia Hohenadel, 25.09.08, 16:18h, aktualisiert 26.09.08, 09:29h

Die Arbeitnehmervertreterin wurde von der Geschäftsführung des Hauses verwiesen. Die Gründe hierfür sind die erbitterten Auseinandersetzungen um Massenentlassungen bei dem Ruppichterother Traditionsunternehmen.

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Die Betriebsrätin von Huwil wurde von der Polizei abgeführt. BILD: HOHENADEL
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Die Betriebsrätin von Huwil wurde von der Polizei abgeführt. BILD: HOHENADEL
Ruppichteroth - Der Streit zwischen dem Schlösser- und Beschlägehersteller Huwil und seinem Betriebsrat hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach erbitterten Auseinandersetzungen um Massenentlassungen bei dem Traditionsunternehmen wurde nun die Vorsitzende des Betriebsrats, Gabi Knieper, mit Polizeigewalt ihres Arbeitsplatzes verwiesen. Zusätzlich erteilte Geschäftsführer Mathias Welteroth der Ruppichterotherin Hausverbot. Grund für den harschen Schritt der Geschäftsführung soll ein Schreiben gewesen sein, in dem Knieper den Betriebsleiter aufgefordert hatte, weitere Belastungen für die Belegschaft zu vermeiden. Vor allem der Fall eines Kollegen hatte für Aufsehen gesorgt, der nach Dienstschluss einen schweren Schlaganfall erlitten hatte und seitdem im Koma liegt. In dem Brief vermutet Knieper, Erkrankungen wie diese seien stressbedingt. Sie machte in ihrem Schreiben die verschärften Arbeitsbedingungen seit der Entlassungswelle dafür verantwortlich. Der Betriebsleiter soll sich durch den Brief derart diffamiert gefühlt, dass er sich bei der Geschäftsführung über Knieper beschwerte.

Arbeitsbedingungen

Europageschäftsführer Mathias Welteroth schließlich entschied, die Betriebsratsvorsitzende wegen übler Nachrede des Hauses zu verweisen. In einem offenen Brief an die Belegschaft soll die Chefetage das harte Vorgehen gegen die Betriebsrätin gerechtfertigt haben.

Dabei, argumentiert die ehemalige Stellvertreterin von Gabi Knieper, Sabine Reider-Kolb, sei noch im Sommer in einem Sozialplan mit Interessensausgleich vereinbart worden, dass 62 Arbeitnehmer gehen müssen. Die übrigen sollten laut Plan im Gegenzug von einer so genannten Leistungsverdichtung verschont bleiben. In der Tat, berichtet Gabi Knieper, dass 45-Stunden-Wochen für die Huwiler mittlerweile an der Tagesordnung seien und die Beschäftigten an Einsatzorten „hin- und hergeschoben“ würden. „Man setzt sich über die normalsten Dinge hinweg“, kritisiert die 53-Jährige. Knieper, die seit 1975 der Arbeitnehmervertretung bei Huwil angehört, scheidet zum 30. November aus dem Betrieb aus. Sie hat gestern eine einstweilige Verfügung beantragt, dass sie sich bis dahin wieder frei im Unternehmen bewegen darf. „Ein freigestelltes Betriebsratsmitglied kann nicht einfach suspendiert werden.“



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